Mittendrin

Ich bin kein Roman, kein Film, kein Lied. Bei mir gibt es keine Geschichte, die von einem Anfang und einem Ende gesäumt ist. Bei mir gibt es keine Probleme oder Konflikte, die in einem dramatischen Spannungsbogen aufgebauscht und dann zu einer Lösung gekommen sind.

Bei mir gibt es nur meine vielen kleinen Geschichten, die irgendwie nie zu Ende gehen wollen, ihren Weg immer weiter schreiben, oft in vielen unauffälligen Momenten.

Ich kann nicht sagen – dieses Thema, dieser Konflikt, das ist jetzt Vergangenheit und das war die Lösung. Alles lebt weiter, weiter, und ich würde gerne erzählen, als wäre alles vorbei, doch ich weiß oft nicht einmal, wo der Höhepunkt der Handlung gelegen hat. Oder ob er noch kommt.

Wie oft kommt das immer selbe noch hoch? So leicht geht es in Filmen, dass Mädchen verstehen, dass sie eigentlich wertvoll sind. Dass zwei Menschen zusammen kommen und glücklich sind. Dass Beziehungen zu Eltern geheilt sind. Dass Menschen ihren Platz in der Welt gefunden haben.

Und die Figuren leben glücklich in ihrem Happy End, bis sie tot sind.

Aber ich, ich trage immer neue Schlachten aus, in meinen Gedanken, in neuen Situationen, und die kleinen Siege bleiben beinahe unsichtbar. Es gibt keine großen Taten, die mich zur Heldin machen würden. Keine abgeschlossenen Geschichten. Nichts, nachdem man den Vorhang zuziehen könnte, den Abspann durchrollen, die letzten Töne ausklingen lassen könnte.

Ich habe keine Geschichten zu erzählen. Ich habe nur Geschichten zu leben. Ich bin mittendrin, mittendrin.

Und alles, was ich tun kann, ist weitergehen und dich fragen, ob du meine Hand nehmen und dabei sein willst.


3 Kommentare

  1. Sehr schöne und reflektierte Ansicht deines Stils. ;)
    Ich weiß bloß nicht, wie viele Arme du dir wachsen lassen willst, wenn du zukünftig alle die, die dich begleiten wollen, bei der Hand nehmen willst und mitnimmst. Da werden dir – da bin ich mir sicher – noch einige Arme wachsen müssen! ;)
    Weiterhin viel Erfolg! :)

    PS: Sollte es mal eng werden mit deinen Händen: Eine ist für mich reserviert, klar? ;)

  2. Und vor allem kann man nicht vorblättern und schon mal das Ende lesen… Oder zumindest ob das wo man grade drinsteckt gut ausgeht.
    Obwohl, irgendwie auch schon. Denn wir wissen ja wo wir hingehen, wenn unsere Zeit hier zuende ist :)


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