Mittendrin

Ich bin kein Roman, kein Film, kein Lied. Bei mir gibt es keine Geschichte, die von einem Anfang und einem Ende gesäumt ist. Bei mir gibt es keine Probleme oder Konflikte, die in einem dramatischen Spannungsbogen aufgebauscht und dann zu einer Lösung gekommen sind.

Bei mir gibt es nur meine vielen kleinen Geschichten, die irgendwie nie zu Ende gehen wollen, ihren Weg immer weiter schreiben, oft in vielen unauffälligen Momenten.

Ich kann nicht sagen – dieses Thema, dieser Konflikt, das ist jetzt Vergangenheit und das war die Lösung. Alles lebt weiter, weiter, und ich würde gerne erzählen, als wäre alles vorbei, doch ich weiß oft nicht einmal, wo der Höhepunkt der Handlung gelegen hat. Oder ob er noch kommt.

Wie oft kommt das immer selbe noch hoch? So leicht geht es in Filmen, dass Mädchen verstehen, dass sie eigentlich wertvoll sind. Dass zwei Menschen zusammen kommen und glücklich sind. Dass Beziehungen zu Eltern geheilt sind. Dass Menschen ihren Platz in der Welt gefunden haben.

Und die Figuren leben glücklich in ihrem Happy End, bis sie tot sind.

Aber ich, ich trage immer neue Schlachten aus, in meinen Gedanken, in neuen Situationen, und die kleinen Siege bleiben beinahe unsichtbar. Es gibt keine großen Taten, die mich zur Heldin machen würden. Keine abgeschlossenen Geschichten. Nichts, nachdem man den Vorhang zuziehen könnte, den Abspann durchrollen, die letzten Töne ausklingen lassen könnte.

Ich habe keine Geschichten zu erzählen. Ich habe nur Geschichten zu leben. Ich bin mittendrin, mittendrin.

Und alles, was ich tun kann, ist weitergehen und dich fragen, ob du meine Hand nehmen und dabei sein willst.

Ahnen-Forschung

Man, Leute, was lag ich falsch, als ich dachte, dass ich mit meinen Vorfahren nicht besonders viel zu tun hätte, außer dass ich zufällig in deren Abstammungslinie stehe.

An Weihnachten mal Großeltern zu deren Eltern und Großeltern interviewt und zu allem, was sie so aus der Abstammungslinie wissen. Und was finde ich da?

Charaktereigenschaften, Lebensweisen, Denkweisen von mir.

Ich bin stolz, die Urenkeltochter oder Ururenkeltochter dieser Menschen zu sein – vor allem der Frauen. Da sind so viele hochintelligente, kämpferische aber leider ziemlich mittellose Frauen gewesen – und jetzt bin ich da, und das ist irgendwie krass. Die Männer haben teilweise nicht so glorreiche Parts bekommen, aber was solls. Ein paar Gute sind auch dabei.

Es ist merkwürdig für mich, mich als Teil einer Abstammungslinie zu sehen, als Teil einer großen Familie, denn normalerweise stehe ich gerne ganz allein für mich selbst. Aber irgendwie ist es jetzt auch cool so.

Ich habe ein Erbe bekommen. Ich habe ein Erbe bekommen von diesen Frauen – meine Intelligenz. Das Kämpferische. Der volle Einsatz für die geliebten Menschen. Auch ich komme nicht gerade aus einer reichen Familie, aber ich habe Chancen. Mir stehen Wege offen, die sie damals nicht hatten. Und deswegen nehme ich das jetzt wahr – mein Erbe und meine Wege. Ich bin Teil dieses Ganzen, und ich will meinen Teil davon nicht in den Sand setzen.

Und ja, ich stehe ganz für mich selbst, aber ich trage auch die Lebensgeschichten meiner Vorfahren mit mir wie einen Siegelring, und das hat eine Bedeutung.

Jubiläum – 3 Jahre bloggen!

… wow. Vor genau drei Jahren ist mein Blogger-Ich geboren. Für mich irgendwie ein krasser Gedanke. Ich will euch mit rein nehmen in das, was so war, und euch Danke sagen.

Ein Rückblick

Eulenblicke in die WeltAm 26. Oktober 2010 fing alles an, damals noch unter dem Namen eulenauge. Ich war 12 Jahre alt, achte Klasse, kannte meine Kirche noch nicht und verbrachte viel Zeit im Internet. Dort lernte ich in einem Jugendforum einige Blogger kennen – und wollte auch. Im Prinzip bloggte ich ähnlich wie heute – nur irgendwie noch sehr viel kindlicher. Den Blog gibts inzwischen nicht mehr. Wenn man die URL eingibt, steht da nur „eulenauge.wordpress.com is no longer available. The authors have deleted this site.“ Ich war es leid zu schreiben, ohne dass es meine Freunde wussten, hatte aber auch keine Lust auf komische Erklärungen. Außerdem wollte ich einige unangenehme Leser loswerden. Der einfachste Weg, um das beides zu erreichen, war für mich schlicht das Löschen des alten und das Erstellen eines neuen Blogs.

LockenmagdAlso folgte am 19. Dezember 2011, mehr als ein Jahr nach Gründung von eulenauge, mein zweiter Blog, indem ich mich allerhöchstpeinlicher-weise „Lockenmagd“ nannte. Naja, ich steh dazu. ;-) Einige Freunde in der Schule kannten ihn und das Bloggen wurde irgendwie realer. Erstmal schrumpfte der Blog – ich hatte fast alle Leser durch meinen unangekündigten und nicht nachvollziehbaren Umzug verloren – doch ich hatte tollere Leser, die tolle Kommentare schrieben und mit denen es einfach mehr Spaß machte, und langsam wuchs der Blog auch wieder. Allerdings ging mir ziemlich schnell der Name auf den Keks, bis ich es irgendwann einfach nicht mehr aushielt und mitsamt Blogartikeln, Kommentaren und Lesern hierhin umzog. Der alte Blog blieb diesmal existent. Ihr könnt ihn euch hier (mit neuerem Titelbild als das oben) anschauen.

cropped-header-v12.jpgDiese Seite hier startete ich am 4. Dezember 2012 unter meinem Spitznamen Sina, in der Hoffnung, dass mich der nie nerven wird. Ob das „Schachmatt und so“ wirklich Dauerzustand bleibt, weiß ich noch nicht. Jedenfalls bloggte ich hier einfach weiter wie bisher, bis ich mich im Frühling entschied, dass mir das immer noch zu viel Doppelleben war. Ich zeigte meinen Blog erst meiner Kirche, welche einen großen Teil meines Freundeskreises ausmacht, und dann meiner Familie. Der Blog ist ein jetzt normaler und bekannter Bestandteil meines Lebens. Heute bin ich 15 Jahre alt, in der 11. Klasse und ganz sicher ein anderer Mensch als zu Beginn meiner Blogger-„Karriere“.

Eine Zusammenfassung

Insgesamt habe ich bis jetzt in allen drei Blogs zusammen 320 Artikel geschrieben, 470 richtige Kommentare und fast 700 Spam-Kommentare bekommen. Für die totale Anzahl an Klicks fehlt mir die Zahl des ersten Blogs, aber seit Lockenmagd sind es 7250. Maximaler Klicks/Tag-Wert sind 346 Klicks am 12. August 2013 – Danke, Rudi, fürs Verlinken. Beitrag mit den meisten Kommentaren ist mein Gästebuch und Beitrag mit den meisten Klicks ist nach der Seite „Über Sina“ der Artikel „da tun sich Abgründe auf.“ – Danke, hochsensibel.org, für die Aufnahme in die Linkliste. Ich habe 28 „Follower“ über WordPress, 4 über E-Mail und einen nicht wirklich zählbaren Haufen sonstiger Leser, von dem ich keine Ahnung habe, wer das eigentlich ist.

Ein Danke

Ich möchte euch Danke sagen. Ich meine – Schreiben würde ich so oder so, aber mit euch macht es einfach viel mehr Spaß. Ganz besonderes Danke an alle, die auch kommentieren, und hier noch mal ganz speziell an meine Freundin Smilla, die mit Abstand am fleißigsten Rückmeldungen austeilt. Ich finde es schön, dass ich mit meinen Texten einen klitzekleinen Platz bei euch haben darf. DANKE!!!

Und ein Weiter-gehts

Schreibt doch mal in die Kommentare, wer ihr so seid und gebt mir vielleicht auch eine kleine Rückmeldung. Das würde mich echt interessieren. :-)

Also dann – auf viele weitere Jahre! Cool, dass ihr dabei seid!

Eure Sina

Mein Brief an Jeanne

Salut Jeanne,

oder soll ich Jeanette sagen? Oder Johanna? Oder „die Jungfrau von Orleans“? Ich glaube, ich nenne dich erst mal Jeanne, so wie die, mit denen du viel zu tun hast.

Ich bin Sina, ein 15-jähriges Mädchen, und ich würde dich gerne kennen lernen. Du hast Frankreich von den Engländern befreit – beziehungsweise bei der Wende stark mitgewirkt. Und selbst wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum du Frankreich als so heilig ansiehst – schließlich ist es das Franzosenland – bin ich neugierig, wie du so bist. Ich hab jetzt drei Bücher über dich gelesen, ein richtig gutes und zwei richtig schlechte. So ein bisschen was weiß ich also schon über dich. Ich würde gern hören, was du zu dem sagst, was da so über dich steht. Besonders zu den beiden schlechten Schriftstücken – das eine, wo du (weil für Jugendliche angeblich besser geeignet) als naives, dummes und wildes Mädchen beschrieben wirst, und das andere, das dich als katholische Heilige darstellt und (weil sonst nicht heilig genug) ganz bewusst die Hälfte der Informationen weglässt. Ich glaube, du wirst entweder richtig laut lachen oder ausrasten.

Ich bewundere deine Geradlinigkeit, Jeanne. Dein entschlossenes Losgehen und Durchpowern. Du hast eine Entscheidung in aller Konsequenz getroffen. Du hast dich nicht abhalten lassen, sondern hast gekämpft und viele, viele Menschen mitgezogen. Und trotzdem bist du in Kontakt mit Gott geblieben. Deine Überzeugungen sind unerschütterlich. Du stehst unerschrocken zu dem, was du glaubst, und bietest damit allen die Stirn. Ich glaube, ich kann sehr viel von dir lernen. Du zeigst mir irgendwie, was es heißt, ausgesandt zu werden.

In deiner Art, mit Menschen umzugehen, bist du ganz besonders ein Vorbild für mich. Du bist nicht scheu oder schüchtern. Du hast keine Angst vor Leuten. Du vergötterst niemanden. Du lässt dich nicht einschüchtern oder manipulieren. Keiner ist dir zu hoch oder zu niedrig; es ist eher so eine Ebene, oder? Du bist einfach respektvoll und freundschaftlich, du ermutigst, begeisterst und weist zurecht. Du bist in der Lage, in anderen Selbstvertrauen und Mut zu wecken.

Und trotzdem bist du verletzlich. Du weinst. Und das macht mir auch Mut. Du bist ein Mädchen wie ich. Du hast auch Schwächen – zum Beispiel für schöne Rüstungen. Verstehe ich. Welches Mädchen will nicht schön sein? Weißt du, ich habe dieses Jahr auf einem Feriencamp ein Kettenhemd angehabt – das war auch toll. Wie muss dann erst eine Rüstung sein? – Und ich glaube, ich verstehe auch deine Enttäuschung und deine Verbitterung, als auf einmal nur noch Desinteresse für dich da war, sobald du in Feindeshand gelandet bist. Menschen sind irgendwie immer noch nur Menschen, daran hat sich noch nie etwas geändert.

Ach Jeanne, ich mag auch einfach deine Art. Deine Schlagfertigkeit, deine Klugheit, deine Wildheit, all das. Ich würde dich gern mal einladen. Wir könnten zusammen was essen und dann nen langen Spaziergang machen, bei dem du mir alles erzählst, wie es wirklich war. Ich will von dir lernen und ich will deine Meinung zu meiner Situation hören. Wenn es dann spät ist, kannst du auch bei mir übernachten. Wie haben ein Gästebett, da kannst du schlafen.

Ich schreib dir einfach mal, wann ich so Zeit hab, und du kommst vorbei, wann es dir passt, okay?

Ich freu mich auf dich!

Sina

10 Fakten über mich – Episode 5

1) Ich habe schon mal eine Heuschrecke gegessen. Schmeckt etwas wie Walnuss und hat einen ganz trockenen Nachgeschmack. Muss man nicht tun.

2) Ich bin ein bisschen süchtig nach Notiz- und Einschreibbüchern. Wenn ich ein schönes sehe, muss ich es kaufen. Ich muss. Und die meisten benutze ich auch.

3) In meiner ersten Geschichte geht es um Lisa, das Schaf. Sie findet eine Verkleidekiste, spielt mit ihren Freunden damit und muss sie gegen Tim verteidigen. Zu diesem Zweck kackt sie ihm unter anderen auf den Fuß. Naja.

4) Früher war Grün meine Hassfarbe, jetzt ist es meine Lieblingsfarbe.

5) Ich bin sehr empfindlich, was Piep-Töne angeht. Da werde ich schon mal ein bisschen fuchtig. (Kennt ihr das Wort?)

6) Bei mir müssen immer alle Türen zu sein. Ich finde es schrecklich, wenn das nicht so ist. Ich will wissen, wer hört, was ich sage, und wer sieht, was ich tue.

7) Ich habe sehr unruhige Hände. Sie zittern manchmal fast gar nicht und manchmal so stark, dass ich befürchte, die Tasten auf dem Klavier nicht zu finden. Das wirkt sich sehr ungünstig auf Fotos und Vorträge aus (weil ich da von etwas ablesen muss, was ich in der Hand halte).

8) Ich hasse Mindmaps. Ich finde sie verwirrend, unübersichtlich und hässlich.

9) Ich hasse Geschichte (also das Unterrichtsfach und generell das Untersuchen vergangener Zeiten) und ich kann das nicht 100%ig erklären. Aber es ist so.

10) Ich verliere ständig Haare. Und weil meine Haare rot und gelockt sind, wissen auch immer alle, dass es meine sind.

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