kreaTief

Es tut mir leid, aber momentan bin ich einfach ideenlos. Kaum kreativ. Es gibt Zeiten, da sprudeln Wörter und Ideen und Kreativität nur so aus mir hervor (jetzt mal ungeachtet dessen, wie gut die Ergebnisse sind), und andere Zeiten, da geht gar nichts. So wie jetzt.

Also gehe ich mal auf Festplattensuche, was ich euch bieten kann, damit mein Blog nicht in einen hundertjährigen Dornröschenschlaf fällt, denn bis er daraus wieder aufwacht, bin ich schon tot.

Fotos.
Ich kann euch Fotos zeigen. Naja, erst mal eins – das sollte sowieso eher sowas wie ein „Entschuldigung und ich lebe noch“-Post werden.

Ich mag das Bild, und das, obwohl es nicht so besonders toll ist und ich Fahrradfahren nicht mal mag.

Bis bald :-)

lieber nicht laut sagen

Heute – erster Schultag nach den Ferien. Ich hab mich diesmal nicht auf die Schule gefreut, wie es sonst häufig so ist, aber an sich war der Tag ganz schön. Anstrengend, ja, aber schön. Und ich mag es auch, zu arbeiten und was zu schaffen. Und ich hatte mal wieder Freude über die Mensa. Das Essen war voll lecker und eigentlich sieht sie ganz cool aus, und der neue Asphalt-Teil des Schulhofes auch. Hat so ein bisschen Streetstyle. Ja, und auch insgesamt so ist Schule ganz cool, wenn man erst mal den Einstieg hat und gerade keine schweren Prüfungen sind.

Das sind alles Sachen, die man in der Schule nicht laut sagen sollte, weil man sonst als Streber abgestempelt wird oder zumindest schief ein paar Bemerkungen kassiert. Da müsste es so klingen:

Heute – erster Schultag nach den Ferien. Stress pur. Wir sollten heute schon richtig arbeiten. Wie gern hätte ich heute den ganzen Tag im Bett gechillt. Und dann kommt auch noch ne Französischklausur am Donnerstag. Und das Mensa-Essen ist eh grottig. Wer so was essen kann, frage ich mich nur… Und dazu sieht sie auch noch richtig scheiße aus und passt überhaupt nicht zum Rest der Schule. Vielleicht gerade so zum neuen Asphaltteil des Schulhofes. Voll hässlich. Eigentlich könnte beides verschwinden und stattdessen ein bisschen Grünfläche angelegt werden. Aber darauf kommen die ja nicht…

Wie gut, dass ich in meinem Blog schreiben kann, was ich will. :P

Veränderung

Veränderung
durch deinen Mut
es zu wagen
Veränderung
durch deine Offenheit
dich einzulassen
Veränderung
durch deine Liebe
die dich umgibt
Veränderung
durch deine Hoffnung
dass es gut wird
Veränderung
durch deine Wünsche und Träume
die du anstrebst

Veränderung
durch mich.

Ich komme gerade von der Jugendkurzbibelschule wieder, und ich fühle mich verändert. Ich weiß nicht, ob es jemand anders merken wird, aber ich werde es merken, und das macht mich froh. Ich werde sie in guter Erinnerung im Herzen tragen, als Station auf meinem Weg zum Ziel.

tanzen im Sturm

(Ein Text vom 22. März 2011)

Es ist Sturm angesagt. Überall. Alles passiert gleichzeitig, keine Ruhe, keine Verschnaufpause. Das Angenehme verwirbelt sich mit dem Schrecklichen, das Geplante mit dem Ungeplanten, die Pflicht mit dem Freiwilligen. Und zurück bleibt ein Sturm und alles fliegt mir um die Ohren, Pläne, Baumstämme, Wünsche, Autos, Sicherheiten, Dachziegeln, Vertrauen, Mülltonnen, Gelassenheit, Fahrräder, Ruhe.

Aber ich will mich nicht zurückziehen, das Gewitter vorüber ziehen lassen und danach wieder hervor kommen. Ich könnte es. Aber ich will es nicht.

Ich trete hinaus, in einen der turbulentesten Teile, strecke meine Arme in die Luft und genieße die Energie, handle und tu was. Ich benutze meine Hände, meine Füße, alles arbeitet. Und ich genieße die Luftströme, alles, was um mich herum fliegt, tanze und lache. Mit unerschöpfbaren Energiequellen werde ich weitermachen, bis ich fertig bin und es wird gut sein.

Und ich werde den Sturm gemeistert haben, den Sturm, der auch voll schrecklicher Sachen ist, denn ich kann trotzdem lachen und ich kann trotzdem leben und ich kann trotzdem tanzen.

Zwei Straßenseiten, zwei Welten

Die eine Straßenseite. Meine Schule. Viele, junge Leute. Die meisten haben noch keine Idee von dem, was sie mit ihrem Leben machen sollen. Einige haben noch keine Ahnung vom Leben. Einige andere schon. Die meisten haben Träume, und für ein paar ist die Schule einfach nur Qual. Es ist eine eher zufällige Ansammlung von Kindern und Jugendlichen, die von einem Team von Erwachsenen in das Leben eingeführt werden sollen. Es ist ein Gymnasium, eine Scheinwelt der Vorzeigefamilien, eine Scheinwelt der Normalen, der Bürger, der (oberflächlich gesehen) Problemlosen.

Die andere Straßenseite. Mein Praktikumsplatz. Psychiatrie. Wohnverbund. Viele, erwachsene Leute. Ein Auffangbecken für alle, die die Gesellschaft nicht halten kann. Menschen, die das Leben erfahren haben, denen es geschadet hat oder die nie einen Zugang zur Welt hatten. Jedenfalls nicht zu der Welt, die ich von der Schule her kenne. Es sind die unterschiedlichsten Menschen. Psychisch Kranke. Geistig Behinderte. Manche auf Stationen, andere im Wohnverbund, wieder andere ambulant. Es sind so viele Menschen. Nicht die paar Irren der Stadt, nein. Sie sind ein Teil der Gesellschaft, wie die Schüler.

Ich will nicht dazu aufrufen, mehr Gedanken an die geistig Eingeschränkten zu geben. Ich will nicht beklagen, dass sie zu wenig Aufmerksamkeit hätten. Ich will einfach nur den Unterschied zwischen meinem Praktikumsplatz und der Schule feststellen.

Geographisch sind es zehn Meter von einem zum anderen. Gefühlsmäßig sind es Welten.

Ich war glücklich, als…

  • ich bemerkte, dass mein verpatztes Praktikum samt Verweis und Gefängnisaufenthalt doch nur geträumt war.
  • ich meinen Zimmerschlüssel wiederfand, um meinen verrückt gewordenen kleinen Bruder auszusperren.
  • der schrecklich kläffende Hund, der eigentlich ganz süß war, sich an seinem Plastikball verschluckte und so endlich still war.
  • ich morgens realisierte, dass ich noch eine ganze Minute liegen bleiben konnte.
  • Dienstag war: Da dauert es am längsten, bis wieder Montag ist.
  • meine Klavierlehrerin die Wohnung verließ und ich sie vier Wochen lang nicht mehr sehen musste.
  • ich heute doch nicht einkaufen musste, weil Rewe meinte, dass sie morgen ein bisschen besser seien.
  • mein Kleingeld genau für 10,61 € reichte.
  • ich heute beim Altgläser-Einwerfen um 14.13 Uhr nicht erwischt wurde. (Zwischen 13 und 15 Uhr ist das verboten.)
  • meine Mama mir nicht um den Hals fiel, als sie mich mit meinem Praktikumsbetreuer zufällig auf der Straße traf.

Ein Moment voller Frühling

(Ein Text vom 15. März 2011) 

Ich lasse mich aus der Bustür fallen. Früher bin ich noch gesprungen, inzwischen ist das aber eher in ein Plumpsen übergegangen. Meine Jacke habe ich gar nicht erst wieder angezogen, ich trage sie auf meinem Arm. Ein paar Schritte in der erfrischenden, kühlen Luft, die nach dem stickigen Bus eine echte Wohltat ist. Der Wind bläst mir frech ins Gesicht und ich muss meine Augen leicht schließen. Mir ist nicht kalt, denn die Sonne scheint zwischen den noch ziemlich kahlen Ästen und den vielen kleinen Knospen eines großen Baumes hindurch. Ich blinzle ihr entgegen und hole tief Luft, fülle meine Lunge mit Frühling. Mit Frühling.

Das ist der Moment, den ich mir seit Wochen erträume.