Ein Schluck Wasser in der Wüste

Wüstenzeit
ist dieses Wort.
Eine Zeit in der Wüste.

Du sagst, du bist in einer Wüstenzeit, und ich weiß, wovon du redest.

Wenn du dich alleine fühlst, einsam, selbst wenn Menschen da sind.
Wenn keine Unterhaltung für dich reicht, weil du irgendwie so leer bist.
Wenn du deinen Schmerz wahrnimmst, aber es dir schwer fällt, ihn zu verstehen.
Wenn Freude nur ein flüchtiger Windhauch an einem heißen Sommertag ist.
Wenn du dich fühlst, als würdest du fallen und als könntest du jeden Moment aufschlagen,
es nicht tust und trotzdem jede Sekunde ein Aufschlag ist.
Wenn du weitergehen musst, einfach irgendwie weiter musst,
weil stehenbleiben ja auch nicht geht.
Wenn deine Energie immer nur noch für den nächsten einen Schritt reicht.
Wenn du unter Menschen leidest, weil sie fies sind oder einfach zu viele,
weil sie verletzen oder weil sie etwas von dir wollen, aber ach, du weißt es doch auch nicht.

Wenn du deinen Blick ins Universum richtest, nichts siehst und nichts fühlst außer deiner gequälten Seele, wenn du in die Weite und ins Nichts blickst und nach Gott fragst und keine Antwort dein Ohr erreicht, keine Geborgenheit und keine Freude dein Herz einhüllt, es nicht leichter wird, das alles zu ertragen. Und du weitergehst, halt irgendwie. Wie lange noch.

Wüstenzeit.
Triste, leere, einsame Wüstenzeit.

Ich kann dir nicht wirklich helfen, und das weißt du, weil kein Mensch dir momentan wirklich helfen kann. Ich kann dir nur auf deinem Weg einen kleinen Schluck Wasser reichen, einen Schluck Wasser in der Wüste.

Indem ich dir sage, dass du ein wundervoller Mensch bist.
Indem ich dir sage, dass es trotz allem wirklich gut ist, dass es dich gibt.
Indem ich dir sage, dass du dich zwar furchtbar allein fühlst, aber es nicht bist.
Indem ich dir sage, dass diese Wüstenzeiten wichtig sind und alle großen, einflussreichen Menschen durch Wüstenzeiten gehen mussten und müssen – selbst Jesus.
Indem ich dir sage, dass es nach Wüstenzeiten nicht selten passiert, dass du neues Land eroberst, Siege erringst.
Indem ich dir sage, dass du diese ganze Zeit hier später einordnen, verstehen können wirst.
Indem ich dir sage, dass zwar immer nur Kraft für den nächsten einen Schritt da ist, aber dir die nie fehlen wird.
Indem ich dir sage, dass es sich auszahlen wird.
Indem ich dir sage, dass dir nichts passieren wird.

Und ich kann reden und reden, und ich weiß, dass das nicht reicht. Kein Mensch der Welt mit allem, was er geben kann, reicht. Nur der lebendige Gott reicht, und du kannst und darfst nichts anderes tun als weiter nach ihm zu fragen, dich an ihm festhalten.
Nichts anderes wird dir helfen.

Ich wünsche dir was.

Ich wünsche dir viele kleine Lichtblicke jeden Tag.
Ich wünsche dir Freunde, die an deiner Seite sind.
Ich wünsche dir einen Blick aus der Adlerperspektive.
Und ich wünsche dir und spreche dir zu, dass du als Sieger aus dieser Zeit kommen wirst.
Und ich wünsche dir und spreche dir zu, dass da Hoffnung und Kraft ist, jeden Tag neu, für jeden Tag genug.

Und so lauf. Und ja, in der Wüste vergisst man manchmal seinen Namen und wer man ist. Ja. Das darf sein, und dann darfst du dich auch wieder erinnern, daran, wer du bist und wie wertvoll und an Gott.

Und so lauf. Nimm diesen winzigen Schluck Wasser und geh den nächsten Schritt – Schalom. Friede sei mit dir.


2 Kommentare

  1. Ich muss gerade ein bisschen lachen, weil ich auf meinem Blog demletzt das Wüstenbild benutzt habe, um zu veranschaulichen, wie ich mich derzeit fühle.
    Ich weiß, eigentlich ging es dir um Ermutigung, da passt so ein Lachen nicht ganz. Aber ist auch nicht schlimm, oder? ;) Schöner Text jedenfalls.


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