Bis du Bilder malst.

Du bist so vorsichtig, Süße. Ich sehe das an der Art, wie du im Unterricht auf deinem Collegeblock zeichnest. Oder wie du mit Leuten sprichst. Du willst keine Fehler machen. Am allerliebsten hättest du keinen gegen dich.

Und dann, manchmal, pikst dich irgendwo etwas, innen drin, und du fängst an zu diskutieren, stellst Fragen, kritisierst, und meist zu Recht.

Und dann – ist es wieder vorbei, und du bist wieder vorsichtig. Ziehst den Kopf ein und willst es nicht. Die Erwartungen deiner Eltern und von dir selbst – du willst zuverlässig sein, immer da, pflichtbewusst, das Beste geben für alle.

Wenn ich eine Feder hätte, mit der das ginge, würde ich dein Inneres kitzeln, bis du explodierst. Bis du ihnen allen die Meinung sagst. Bis du dein Verantwortungsgefühl und deine Perfektion nicht mehr auf die Erwartungen anderer richtest. Bis du mutig und furchtlos ein paar fette Fehler machst, dein Kinn hebst und die Welt angrinst. Bis du diese heiße, peinliche Scham feuerst und sie gnadenlos auf die Straße setzt. Bis du lachst, laut und offen und trotzig, weil du das gar nicht bist, zu was sie dich machen wollen.

Bis du beginnst, mehr du zu werden, wie du auch sein kannst, vielleicht wirklich bist, und Bilder malst, die du nicht kannst, weil dus kannst.


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