Ich flirte nicht.

(Verwirrte Notizbuch-Gedankengänge einer Teenagerin weil Jungs und so)

Ich liebe dich nicht.
Also ich weiß nicht, ob ich dich liebe.
Aber ich glaube, ich bin nicht verliebt in dich.
Und erst recht flirte ich nicht mit dir.
Zumindest bewusst nicht.

Ich weiß auch gar nicht, wie man das macht – flirten.
Ich fühle mich da unbedarft wie ein kleines Kind.
Ich sage „Ich mag dich“, weil ich dich mag.
Ich sage „Voll cool, dass du da bist“, weil es voll cool ist, dass du da bist.
Ich sage „Das steht dir“, weil es dir steht.
Ich sage nicht „Ich bin verliebt in dich“, weil ich nicht verliebt in dich bin. (Glaube ich.)
Aber ich flirte nicht.

Sie haben mich gefragt, ob ich Gefühle für dich habe. Sie haben mir gesagt, dass ich ja wohl nicht gerade schlecht im flirten sei – was mich verwirrt hat.
Aber ich flirte nicht. Und ich hoffe, du weißt das.

Wenn das nämlich flirten wäre, dann würde ich mit so vielen Typen flirten. Dann würde ich mit vergebenen und verheirateten Männern flirten.
Tue ich aber nicht.

Und eigentlich will ich mir sicher sein, dass du das weißt.
Weil so ist das anstrengend.

Dein Geheimnis von Leben

Du kennst ein Geheimnis über das Leben, das mir noch fremd ist.

Du strahlst etwas aus, ein tiefes, tiefes Genießen vom Leben. Wenn ich dich sehe, spiegeln sich in deinen Augen tausend lebenswerte Momente wieder. Dein Lächeln gehört zu deinem Gesicht wie deine Sommersprossen, und ich liebe es. So einfach und so wunderbar.

Dein Herz ist offen. Da ist so viel Liebe, die du im Überfluss hast und so reich gibst. Bei dir zu sein tut so gut. Warm und hell wird es in deiner Nähe ums eigene Herz, weil dein Herz das ausstrahlt. Ohne etwas zu sagen, sagst du doch: „Hier bist du angenommen. Du bist ganz wunderbar wertvoll.“ Offene Arme und ein weiches, liebevolles Herz, das finde ich bei dir.

Ich möchte das auch. Ich weiß nicht, wie du das machst oder wo das herkommt, aber ich will das auch. Ich möchte ein so weiches, mit Liebe und Wärme gefülltes Herz haben wie du, und genauso ein Licht sein wie du. Ich möchte anderen Menschen auch so gut tun. Ich möchte lernen, das Leben in so tiefen Zügen zu genießen wie du es tust, so viel Freude daran zu haben. Das ist so sehr mein Wunsch.

Bitte führe mich in dieses Geheimnis hinein.
Bitte zeig mir, wie du die Menschen und dein Leben liebst.

Ein vorzeitiger Liebesbrief

Hallo du.

Ich bin Sina, und ich warte auf dich. Ich bin nicht ungeduldig. Das darf alles noch Zeit haben – ich bin ja erst sechzehn – und Liebe ist nichts, was verkrampft gut funktioniert. Ich sollte vielleicht erst mal wissen, wer ich überhaupt bin und was ich so will in meinem Leben, bevor das mit uns beiden was wird. Ich warte einfach nur auf dich und denke ein bisschen über dich nach.

Du bist ein Kämpfer, das weiß ich. Das männliche Herz ist kämpferisch. Ich freu mich schon auf die Schlachten, in die wir beide ziehen werden, denn mit mir wirst du eine Kriegerin an deiner Seite haben, weißt du. Wir beide werden geschlossen nebeneinander stehen, machtvoll, eins.

Ich werde definitiv eine Herausforderung für dich sein. Mit meinem Bedürfnis nach Tiefe, meinen manchmal gegensätzlichen Stimmungen und meinen irgendwie feuerwerk-explosionsartigen Impulsen der Kreativität. Ich glaube, du wirst stabil sein müssen, ein Fels in der Brandung, sonst klappt das nicht.

Wir werden verrückte Dinge miteinander machen. Ich weiß zwar noch nicht, wie du bist, aber ich kenne mich selbst gut genug, um das sagen zu können. Vielleicht werden wir uns mitten in der Nacht spontan ins Auto setzen und ans Meer fahren. Vielleicht kannst du ja Longboard fahren und dann bringst du es mir bei. Ich werde dir Lieder auf der Ukulele schreiben und vielleicht kannst du ja singen. Vielleicht werden wir mal paragleiten oder probieren Bungee jumping aus. Und wahrscheinlich werden ganz ungeplant die besten Momente entstehen. Jedenfalls wird es von uns Geschichten zu erzählen geben. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Und ja, ich weiß, dass Beziehungen auch hart sind und Arbeit bedeuten, aber ich werde dann bereit dazu sein, gegen Resignation und Bitterkeit zu kämpfen und auch gegen die anderen Schwierigkeiten, von denen ich jetzt noch keinen Schimmer habe, und ich werde bereit dazu sein, immer wieder neu dich kennenzulernen und zu verstehen und dir zu vergeben. Und du wirst auch bereit dazu sein. Und dann wird das lohnenswert sein.

Und ich sag dir mal was. Der Zeitgeist sagt manchmal komische Sachen über euch Männer, Hauptsache sensibel und verständnisvoll, effektiv und vorhersehbar und harmlos und bloß nicht aggressiv und solchen Kram. Hör nicht drauf. Richte dich nicht danach, sonst will ich dich nicht. Für mich darfst du ruhig wild und ungezähmt sein, mutig und kämpferisch und stark. Du brauchst einen Zugang zu deinem Herz. Erst dann bist du lebendig und in der Lage, irgendetwas zu lieben, zum Beispiel mich. Lass dir diesen Zugang nicht von falschen Idealen und Erwartungen verstopfen. Und bitte töte ihn nicht ab mit Party, Alkohol und fehlgeleiteter Sexualität. Und pass auf, dass sich dort keine Bitterkeit absetzt wie Kalk in einem Wasserrohr, bis es nichts mehr durchlässt. Das Herz in dir drin darf voller Feuer und Energie sein, bewegt werden und schmerzen und freuen und standhalten. Lebendig sein halt.

Das wird gut mit uns zwei, und ich freu mich drauf. Ich hoffe, dir gehts gerade gut und du hast gerade Spaß an deinem Leben.

Ich überlege mir gerade, ob und wann und wie du das hier lesen wirst. Vielleicht kommen wir zusammen und irgendwann zeige ich es dir, und du wirst dich kaputt lachen, wenn du es ließt. Vielleicht wirst du auch in einem dämlichen Ausnahmezustand von Verliebtsein meinen Blog durchforsten und auf das hier stoßen. Vielleicht ließt du das aber auch jetzt schon, heute. Wenn ja, dann musst du dich unbedingt mal als du erkennbar machen, denn dann will ich dich kennen lernen, so richtig, meine ich.

Aber bis dahin bleibe ich hier und warte und denk ab und zu mal über dich nach und hoffe, dass du in der Zwischenzeit ne ordentliche Lebensgeschichte schreibst. Schreib heute ne gute Lebensgeschichte. Ich versuchs auch.

Ich liebe dich – dann irgendwann jedenfalls.
Sina

Ein beliebiger Liebesroman – Storyline

Vor allem bei den historischen. Bei in aktueller Zeit Spielenden in Grundzügen aber ebenfalls anwendbar.

Sie – schön. Jung. Nach Unabhängigkeit strebend. Oft willensstark. Aber emotional. Häufig schwere Kindheit oder zumindest schwere aktuelle Lebenssituation. Oft fleißig und mit sehr gutem Charakter. In der Regel arm.

Er – älter als sie. Gutaussehend, muskulös. Da die Geschichte in der Regel aus ihrer Sicht erzählt wird – geheimnisvoll.

Erste Begegnung – entweder beiläufig oder konfliktreich. Meistens.

Ihr Leben wird schwieriger, irgendeine Veränderung der Lebenssituation. (Manchmal auch schon vor der ersten Begegnung.) Er taucht immer wieder auf. Irgendeine romantische Situation entsteht, die klar werden lässt, wohin das geht. (Spätestens ab hier ist die Geschichte recht vorhersehbar.)

Er ist sich schnell klar über seine Gefühle zu ihr.
Sie nicht.
Entweder aus Unsicherheit, komplizierter Lebenssituation, frühere Beziehungen – weicht ihm aus. Vertraut ihm nicht wirklich.

Er bleibt hartnäckig. Kommt immer wieder. Ist geduldig. Rettet sie nach Bedarf.

Irgendein Konflikt, Streit zwischen ihnen.

Die Story bauscht sich auf: Die Nebenhandlung (also alles außer der Liebesgeschichte) wird spannend. Irgendeine Rolle hat er in jedem Fall bei der Lösung.

Entweder davor oder danach: Versöhnung. Ihr fällt wie Schuppen von den Augen, was sowohl ihm als auch dem Leser die ganze Zeit klar war.

Happy End. Bei historischen Romanen: Hochzeit, oder zumindest Verlobung.

Oderoderoder? Zumindest häufig.

Aber ich gebs zu – ich lese das ja auch gerne. :P

Die Prinzessin am Schulfenster

Meine große Schwester stand vor dem Deutsch-LK am Fenster und sah hinunter auf den Haupteingang der Schule und auf die Straße, die vorbeigehenden Leute, die Autos. Sie war müde und kaputt und hatte keine Lust.

Der junge Mann, der vorbei kam und beim gedankenverlorenen Umhersehen ihr unglückliches, aber dennoch schönes Gesicht hinter dem Fenster entdeckte, wurde sofort die Märchen erinnert, in denen jemand eine Prinzessin in eine Burg sperrt, und sie war die Prinzessin, und er war der Prinz. Ich hol sie da raus, beschloss er also und ging energisch auf den Haupteingang zu.

Meine Schwester sah ihm zu, war wie betäubt von seinem intensiven Blick, und ihr Herz begann zu lächeln.

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So.
Wer sich jetzt ganz wohlig fühlt, sollte nicht weiterlesen. Wem das zu kitschig war, nur zu.

Alternatives Ende 1
Doch der junge Mann wusste, dass er ihr nicht würde helfen können. Es war kein echtes Märchen. Also ging er weiter und vergaß sie sofort wieder.
Meine Schwester ging in den Deutsch-LK und analysierte Kafka.

Alternatives Ende 2
Wie gebannt starrten sie einander an. Die Zeit schien still zu stehen. Tat sie dann auch wirklich. Die Zeit ging einfach nicht mehr weiter, und deswegen die Geschichte auch nicht, weil ab da bis in alle Ewigkeit nichts mehr passierte.

Alternatives Ende 3
Als sich ihre Blicke trafen, wussten beide, was sie tun würden. Sie rannten los, trafen sich auf halber Strecke im Treppenhaus, küssten sich, heirateten, hatten viele Kinder und waren glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Alternatives Ende 4
Sie musterte ihn kritisch. Was glotzte der so? Sie machte das Fenster auf. „Ey, verpiss dich, du Hurensohn!“ „Alta, ich fick deine Mudda, du Bitch!“ (Geheiratet haben sie übrigens trotzdem.)

Alternatives Ende 5
Zombie-Apokalypse.

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Mehr meine große Schwester

Geh weg

(Habe letztens diesen Text wiedergefunden. Hach ja, das weckt Erinnerungen … )

Geh weg, Junge, denn du störst meine Gedanken.
Geh weg, denn ich habe keine Lust, mich mit dir zu beschäftigen.
Geh weg, denn ich mag dich.
Geh weg, denn bei mir ist kein Platz für deine raumfüllende Person.
Geh weg, denn ich will nicht darüber nachdenken, was du von mir denkst.
Geh weg, denn du bist mir viel zu wichtig.
Geh weg, denn das ist mir alles viel zu kompliziert.
Geh weg, denn ich hab dich nicht eingeladen.
Geh weg, denn –

Komm her, und nimm mich bittebitte in den Arm.

Den Weg schreiben

Ich schreibe, schreibe, schreibe in mein Leben hinein.

Frieden. Tiefer Frieden im Herzen, der bleibt. Frieden, dessen Definition nicht in „kein Krieg“ liegt, sondern in einer heiligen, übergeordneten Identität und einer unantastbaren Ruhe. Der unabhängig ist, völlig unabhängig ist von dem, was ich schaffe, was ich kann, was ich falsch läuft, was ich sein sollte oder wie ich auf andere wirke. Frieden, der unabhängig von meiner Situation ist. Der in meinem Herzen ruht und in dessen Tiefe ich eintauchen kann. Im dem ich, versöhnt mit mir und der Welt, Kraft finden kann.

Leichtigkeit. Unbeugsame Leichtigkeit im Herzen, die bleibt. Die von nichts unterdrückt werden kann. Die über allen Emotionen steht, nicht von ihnen bedingt ist. Eine Leichtigkeit, die von meinem Herzen in meine Gedanken, in meine Wörter, in mein Handeln, in mein Leben, in mein Umfeld fließt und mich prägt. Leichtfüßigkeit. Leichtigkeit, die mit Adrenalin und Kick nichts zu tun hat, sondern die auch in der Ruhe liegt.

Liebe. Unzerstörbare Liebe im Herzen, die bleibt. Die fest gegründet ist. Die Gewissheit des bedingungslosen Geliebt-seins. Liebe, die keine Stimmung ist, sondern eine tiefe, unergründliche Wahrheit. Liebe, aus der Annahme, Wertschätzung und Freiheit erwächst. Eine Liebe im Herzen, die es möglich macht, selbst zu lieben. Frei, ohne Angst, ohne Bedingungen, ohne Zweifel, einfach lieben. Kein bewerten, verurteilen, kategorisieren. Menschen so, wie sie sind, ganz und gar annehmen. Und das, ohne sich selbst aufzugeben oder zu verlieren. Es ist eine Grundhaltung der Liebe und der Annahme, die nicht zu erschüttern oder zu zerstören ist.

Ein Herz voller Frieden, Leichtigkeit, Liebe, Geduld, Gnade, Freiheit, Präsens, Wahrheit und Weisheit. Ein Herz, das nahe am Herzen Gottes ist. Ein Herz, das sein Herz ist. Das wünsche ich mir.

I-den-ti-tät.