Kommt, wir spielen verkleiden

Kommt, wir spielen verkleiden, so wie früher, nur ganz neu. Damals, als alte Nachthemden unserer Großeltern Prinzessinenkleider und Supermanumhänge wurden und uns ein halb kaputter Hut zu einem echten Cowboy gemacht hat.

Kommt, wir spielen verkleiden und gehen in die Oper. Nicht, weil das Stück so toll ist, darum geht es gar nicht, sondern weil wir da wer anders sind, uns zu jemand anderem machen können.

Kommt, wir spielen verkleiden, und lassen nichts aus. Lasst uns die Ohrringe auf die Tasche und die Schuhe auf die Jacke abstimmen. Lasst uns uns schminken, solange wir wollen. Wir verkleiden uns, werden ganz edle Leute. Ein Kleidchen mit Gürtel, ein hauchdünnes Jäckchen – fertig zum flanieren.

Kommt, wir spielen verkleiden. Wie schön du bist! Ahs und Ohs, wenn wir uns uns gegenseitig präsentieren. Wie viel Spaß es macht, auf hohen Schuhen über rote Teppiche zu schreiten, in dem Wissen: Heute bin ich ganz edel. Heute sehe ich fein aus. Seht ruhig her!

Kommt, wir spielen verkleiden, und wir feiern das. Machen Selfies in vergoldeten Spiegeln, drehen uns verspielt im Kreis und lassen fliegen, was fliegen kann, und haben richtig Lust, nochmal durch die Innenstadt zu gehen und uns der Welt zu zeigen.

Heute spielen wir verkleiden und werden andere Menschen, dürfen uns anders benehmen, sind verkleidet, um mal nicht zu sein wie sonst, um mal jemand anderes zu sein, jemand, der wir auch sind, und wir verkleiden uns, um diesem Jemand ein Gewand zu geben.

Kommt.


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