Zu viel Leben auf zu wenig Zeit?

Sina, in deinem Alter kannte ich das Wort „Effektivität“ noch gar nicht!
– Künstlerfreundin

Okay, Freunde, we’re so guilty of that. Wir haben viel zu viele Termine und Sachen am laufen und fühlen uns manchmal, als würden wir darin untergehen. Wir wollen alles und frustrieren an unseren Grenzen. 7 mal anders denken, um das zu händeln. Lernt aus meinen Fehlern.

1. Ich darf sein.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um irgendwas zu leisten. Ich bin nicht hier, um meine Klausuren gut zu schreiben, mich um alle meine Beziehungen gut zu kümmern, in meinen Hobbys gut zu sein und die Erwartungen meiner Eltern zu erfüllen. Ich bin nicht hier, um effektiv zu sein – mit meiner Zeit und meiner Kraft und meinen Ideen und allem. Das ist alles schön und gut, aber unabhängig davon darf ich einfach erst mal nur sein – unperfekt und ohne etwas zu leisten. Ich darf sein, wie ich bin, und es ist gut, dass es mich gibt. Ich darf sein, und das ist an sich schon genug.

2. Ich muss gar nichts.
Ich muss nicht zu diesem Treffen, diese Aufgaben erledigen, mich dafür vorbereiten und diesen Erwartungen entsprechen. Im Endeffekt muss ich gar nichts, außer mit den Konsequenzen leben. Das Argument: „Ich muss das aber machen / da aber hin / …“ zieht also nicht. Ich will, und mein Wille ist flexibel.

3. Ich verpasse gar nichts.
Also eigentlich schon. Wenn ich irgendwo nicht hingehe, verpasse ich es faktisch, in dem Sinne, dass ich nicht anwesend bin. Aber verpasse ich dann auch etwas in dem Sinne, dass mir etwas Relevantes entgeht? Ich habe mich von der zerstörerischen Denkweise von „nichts verpassen wollen“ gelöst, denn die Welt funktioniert nun mal parallel: Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen, und man lebt immer nur eine. Ich „verpasse“ gar nichts mehr. Ich bin halt nur nicht da und mach was anderes gutes. Und wenns zu Hause rumsitzen ist.

4. Eher Nein als Ja.
Nein sagen, wenn andere etwas von einem wollen, kann man ja noch ganz gut lernen. Nein sagen, wenn man selber etwas will, ist was ganz anderes. Normalerweise checken wir vor eine Zusage blitzschnell im Kopf ab: Will ich? Hab ich Zeit? Zwei weitere wichtige Fragen lassen wir zu oft außen vor: Hab ich Energie? Und brauche ich die Zeit und Energie nicht eigentlich als Puffer-Zone? Dabei sind diese Fragen wichtig. Mein Tipp: Im Zweifel oder bei Bedenken Nein. Es ist so viel leichter, spontan noch etwas zu machen, falls einem langweilig wird, als etwas länger geplantes abzusagen oder etwas, was eigentlich zu viel ist, notfalls mit Gewalt durchzuziehen.

5. Schau hierhin.
Neigst du auch dazu, ununterbrochen die ganze(n) nächste(n) Woche(n) im Kopf zu haben? Keine gute Idee. Bringt nichts und stresst. Ich schaue hierhin, ins jetzt, die nächsten paar Stunden: Was ist JETZT wichtig? Die ganze nächste Zeit brauche ich nicht im Hinterkopf zu haben. Es reicht, wenn sie im Terminkalender steht.
Und an meine christlichen Freunde: Zwei Zeitpunkte sind für das Reich Gottes wichtig: Das Jetzt und die Ewigkeit. Im Jetzt und in der Ewigkeit erlebe ich Gott. Die Zukunft ist nicht besonders vieler Gedanken würdig. Gott kümmert sich schon drum.

6. Atme.
Plan dir Zeit zum Atmen ein und verteidige sie. Was meine ich mit „atmen“? Ich könnte auch sagen: „Zeit, der Seele Raum zu lassen“, aber das klingt so esoterisch und schäbig. Was ich meine, ist, dass ich Freiräume brauche, in denen ich nicht effektiv sein muss und nichts zustande bringen muss und das „Ich darf sein“ ausleben kann. Und ich erlaube mir auch solche Zeiten. Ich muss gar nichts, also auch nicht immer effektiv was tun. Ich brauche mich also auch nicht schuldig oder schlecht fühlen, wenn ich alle To dos mal für ne bestimmte Zeit ignoriere und sie vielleicht deswegen auch nicht schaffe.
Und wieder an meine christlichen Freunde: Gebetszeit kürzen ist so ziemlich das dämlichste, was wir bei Stress und vielen Terminen tun können, weil sie uns ja Ruhe und Kraft gibt. Das wissen wir eigentlich alle. Lass das mal umsetzen.

7. No Multitasking.
Fördert innere Unruhe. Können Menschen eh nicht wirklich (ist nachgewiesen! Man bildet sich ein, man macht Dinge gleichzeitig, aber im Endeffekt macht man doch immer nur eins auf einmal.) Also einfach bleiben lassen. Wozu auch Multitasking? Wir sind ja schließlich nicht auf der Welt, um effektiv zu sein.

Frohes Lernen und viel Spaß beim Scheitern! ;-) Keine Angst, irgendwann wird das besser. Man braucht nur ne ganze Weile. Aber der Weg lohnt sich. Du machst das schon. Erlaub dir die Fehler.
Willkommen auf der Reise!

12x wie deine Tochter dich braucht

Aus der Perspektive einer 16-jährigen Tochter und Christin möchte ich in diesem Artikel teilen, was ich denke, was eine Tochter von ihren Eltern braucht. Nicht alles geht in jeder Altersklasse, aber das werdet ihr schon merken. Dieser Artikel beruht auf dem, was ich als positiv erfahren habe und auf dem, was mir gefehlt hat, sowie auch auf dem, was ich als positiv oder negativ bei anderen beobachtet habe. An alle Eltern, besonders die, die Jesus lieben: Passt gut auf.

1. Sag ihr, dass du sie liebst.
Sag: „Ich liebe dich.“ Und: „Ich bin da für dich.“ Und: „Ich will das Allerbeste für dich.“ Und: „Du bist wertvoll“. Und so weiter. Kleine Mädchen wissen das nicht von alleine. Sie müssen das hören, wieder und wieder und wieder. Sehr simpel – also machs auch. Und dann lebe es.

2. Habe Zeit nur für sie.
Die besten Erinnerungen an meine Kindheit sind vor allem die, wo Mama oder Papa mal was nur mit mir gemacht hat. Ohne meine Geschwister. Ohne den anderen Ehepartner. Mal alle elterliche Aufmerksamkeit nur auf mich. Diese Zeiten sind so unglaublich wichtig. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wichtig. Und ich meine damit nicht: Einmal im Jahr. Ich meine oft. Wenn sie es braucht – einmal, mehrmals die Woche. Mal was Kleines wie einen Pudding zusammen essen, und mal was Großes wie zu zweit in den Zoo fahren und nachher groß Essen gehen. Dann wird sie sich geliebt, beachtet, wichtig fühlen. Und es gibt einfach keine Ausreden, die rechtfertigen, diese Zeiten auszulassen.

3. Sei da.
Ganz ernsthaft: Sei da. Sei physisch da. Nein, es ist nicht gut, regelmäßig bis spät in den Abend außer Haus zu sein. Sei aber auch psychisch da. Du musst ansprechbar sein für deine Tochter. Die Arbeit muss warten können. Der Haushalt muss warten können. Deine Sorgen, Gedanken, Themen in deinem Kopf müssen warten können. Sei in der Lage dazu, dich gedanklich auf sie zu fokussieren. Sie ist wichtiger.

4. Sei interessiert an ihrem Leben.
Glaub nicht, du kennst sie durch und durch, nur weil sie deine Tochter ist. Interessiere dich für ihre Geschichten, ihre Fragen, ihre Probleme. Sieh ihr in die Augen. Frag sie, was sie heute erlebt hat. Frag sie nach ihren Wünschen und Träumen. Höre ihr zu. Merke dir die Sachen, und komm drauf zurück. Es ist wichtig, dass du die Initiative ergreifst und fragst. Sie möchte gefragt werden. Nur, weil sie nicht von allein zu dir kommt, heißt das nicht, dass es nichts zum reden gibt. Und, auch ganz wichtig: Lerne, ihr zuzuhören, ohne sie zu beurteilen oder zu belehren. Aber – zwinge nichts auf. Zwinge sie nicht, etwas zu erzählen, wenn sie nicht will. Gib ihr die Freiheit, zu reden und zu schweigen. Biete ihr dein offenes Ohr, deine Fragen und dein Interesse an, und verurteile sie nicht, wenn sie nicht möchte.

5. Mach ihr Komplimente.
Gerade Väter haben so oft keine Ahnung, wie wichtig für das Selbstbewusstsein eines Mädchens ihre Schönheit ist. Kleine Mädchen wollen bezaubernd sein. Sag ihr, dass sie es ist. Für jede Frau ist das ihr Leben lang ein Thema. Gib ihr so viel Fundament mit, wie geht. Gibt ihr Anerkennung und Wertschätzung. Gaaanz viel. Mach ihr Komplimente für die kleinen und für die großen Dinge. Weißt du, das Versagen eines Vaters in diesem Punkt äußert sich bei ihr nicht selten in wilden Jungs-Geschichten und Minderwertigkeit. Unterschätze das nicht.

6. Bete für sie und mit ihr.
Oh ja. Big deal. Es ist eine unglaubliche Kraft in Gebet, und als Christ weißt du das. Bitte gib ihr das weiter. Als Vater oder Mutter hast du eine geistliche Vollmacht und Verantwortung für sie, das heißt du kannst in einer Weise und einer Macht für sie beten, wie das sonst keiner kann. Außerdem wirst du sie besser kennen lernen, wenn du sie beten hörst, und sie wird Jesus durch deine Beziehung zu ihm besser kennen lernen. Es wird mehr Einheit entstehen, mehr Zusammenhalt. Und überleg mal, wie unglaublich geliebt und wahrgenommen sich deine Tochter fühlt, wenn du sie fragst, wie du heute für sie beten kannst.

7. Rede mit ihr über Gott.
Lies ihr aus der Kinderbibel vor. Diskutiere mit ihr Texte und Fragen, wenn sie älter wird. Besonders, wenn du Vater bist. Du bist der geistige Kopf der Familie und du hast die Verantwortung, deinen Kindern das Wort Gottes weiterzugeben. Das steht immer und immer wieder in der Bibel. Lass es ein normales Gesprächsthema werden. Erzähl aus der Bibel, erzähl von dir, erkläre ihr die Zusammenhänge und nutze die Gelegenheiten, die so kommen, um sie zu lehren und zu trainieren. Klammer es nicht aus. Es ist ein wundervolles Gesprächsthema. Wenn man mich lässt, rede ich fast den ganzen Tag von Gott. Und für christliche Eltern ist es das Ziel, ihre Kinder zu reifen Menschen zu erziehen, die Gott lieben, oder? So macht man das.

8. Gib Fehler zu und bitte um Vergebung.
Du bist nicht perfekt, auch wenn sie das anfangs noch denkt. Lerne, deine Tochter um Vergebung zu bitten. Entschuldige dich bei ihr. Bei kleinen und bei großen Sachen. Sag: „Ich bin nicht perfekt. Das habe ich gemacht. Das war falsch, das war Sünde. Es tut mir Leid. Bitte vergib mir.“ Wenn du das nicht tust, wird sie nicht lernen, selbst um Vergebung zu bitten. Sie wird nicht lernen, was Sünde und was Vergebung ist. Sie wird auch nicht lernen, wie sie mit ihren eigenen Fehlern umgehen soll. Jedenfalls nicht von dir. Und keine Angst, es wird ihr Vertrauen in dich nicht brechen. Es wird vielmehr wachsen, weil sie merkt: „Mama oder Papa wollen mich richtig behandeln und es tut ihnen leid, wenn sie Fehler machen. Und das, wie sie vorhin zu mir waren, war wirklich nicht das, was ich verdient habe.“ Außerdem: Je mehr sie dir jetzt schon vergibt, desto weniger Bitterkeit und Schmerz sammelt sich in ihrem Herzen, was sie später mühsam abarbeiten muss.

9. Seid Eltern.
Jap. Seid nicht Freunde eurer Tochter. Seid nicht Partner euer Tochter. Seid nicht Diener oder Herren euer Tochter. Seid auch nicht einfach Hausmitbewohner. All diese Dinge habe ich beobachtet, und sie machen die Mädchen kaputt. Sie braucht euch als Eltern. Als Mama und Papa. Als die Erzieher, Versorger, Berater, Vorbilder, Bodygards, Zuhörer, Ermutiger, Tröster, Zufluchtsorte, Nachhilfegeber, Sporttrainer, Stilberater, Chauffeure, Köche, Putzkräfte … Na, ihr wisst schon. Und all das, was ich gerade aufgezählt habe, ist sie nicht für euch. Jedenfalls nicht in erster Linie. Für euch ist sie: Tochter. Geliebtes, wundervolles Mädchen, das es in Richtung einer starken, wundervollen Frau nach Gottes Herzen zu prägen gilt. Punkt.

10. Lass nicht zu, dass sie Verantwortung für dein Leben übernimmt.
Wirf ihr nicht deswegen vor, zu lange weg gewesen zu sein, weil sie dir so große Sorgen bereitet hat. Es geht nicht um deine Sorgen, sondern um ihre Sicherheit. Wirf ihr nicht vor, dich mit ihrem Ungehorsam traurig gemacht zu haben. Frag sie nicht, warum sie dir das antut, wenn sie mit dem Rauchen anfängt. Wenn es dir nicht gut geht, geh nicht zu ihr, um dich trösten zu lassen, sonst wird sie sich für dein Wohlergehen verantwortlich fühlen. Es geht nicht um dich. Lass sie nicht ihre kleinen Geschwister erziehen, das ist dein Job. Sie hat mit ihrem eigenen Leben Verantwortung genug zu tragen, wirklich. Belaste sie nicht noch mehr.

11. Arbeite an dir und an deiner Ehe.
Kinder müssen wissen, dass zwischen Mama und Papa alles in Ordnung ist. Sichere diesen Rahmen und kommuniziere das klar. An deiner Ehe zu arbeiten heißt nicht nur (zuerst) deinem Partner und (an zweiter Stelle) dir etwas Gutes zu tun, sondern auch deinen Kindern und später Enkelkindern. Und du kannst nicht an deiner Ehe arbeiten, ohne an dir zu arbeiten. Also arbeite an dir. Deine Kinder werden dir fast alles abgucken, ob gut oder schlecht. Nochmal: Arbeite an all diesen Baustellen und sieh zu, dass du ein möglichst gutes Vorbild wirst. Und dann bete, dass der heilige Geist alles richtet, was du trotzdem kaputt machst.

12. _________
Diesen Punkt musst du selber schreiben. Werde ein Vater oder eine Mutter, die seine/ihre Tochter so gut kennt, dass er/sie diese Liste aus eigener Erfahrung immer weiter fortführen kann. Lerne deine Tochter so gut kennen, dass du weißt, was ganz speziell bei ihr noch besonders wichtig ist.

Es lohnt sich, weißt du. Unterschätze nicht, wie viel positives du deiner Tochter für ihr Leben mitgeben kannst, selbst wenn es bisher nicht so geklappt hat, selbst dann, wenn es fast schon zu spät scheint. Sie ist da, du bist da und Jesus ist da – mehr braucht es nicht.

Sprüche-Auseinanderrupf-Kommando in 3 … 2 … 1 …

Ahnungslos klickte ich heute in einem nicht näher definierten sozialen Netzwerk herum, als ich plötzlich frontal angegriffen wurde. Ein Satz zu einem Selfie, so kitschig und möchte-gern-tiefsinnig wie es nur eben geht, und zusätzlich noch von Grund auf falsch.

Es sind die Starken im Leben, die unter Tränen lachen, ihr eigenes Leben verbergen, um andere glücklich zu machen.

Nein, das sind die Dummen.

  1. Du wirst einen anderen niemals wirklich glücklich machen können und es wird auch nie ein anderer dich glücklich machen können. Ich stelle mir manchmal vor, dass Menschen so vielschichtig sind wie Zwiebeln, und dass verschiedene Gefühle und Verletzungen unterschiedlich tief gehen und unterschiedlich viele Schalen betreffen. Das Glück, welches du in anderen erzeugen kannst, betrifft nur auf die äußeren Schichten. Du wirst nie einen Menschen so glücklich machen, dass ihn das durchdringt.
  2. Du wirst nicht alle gleichzeitig glücklich machen können. Selbst wenn du die einen soweit wie möglich glücklich machst, gefällst du den anderen nicht.
  3. Du wirst daran kaputt gehen. Wenn du andere glücklich machen willst, rennst du dein Leben lang deren Erwartungen hinterher, wirst leer, ausgelaugt und bitter. Außerdem verlierst du dein Rückgrat. (Oder du bildest nie eins.)
  4. Du kannst nicht „dein Leben verbergen“ und „andere glücklich machen“ gleichzeitig. Wenn du vom Hinter-Erwartungen-herlaufen leer, ausgelaugt und bitter wirst, kannst du andere nicht mehr glücklich machen, auch wenn du es „verbirgst“ und „unter Tränen lachst“.
    Nur wenn du selbst mit Frieden gefüllt bist, kannst du Frieden weitergeben.
    Nur wenn du selbst mit Freude gefüllt wirst, kannst du Freude weitergeben.
    Nur wenn du selbst mit Glück gefüllt bist, kannst du Glück weitergeben.
    Was du nicht hast, kannst du nicht geben.
    Klingt logisch, oder?
  5. Was ist daran stark, sein Leben zu verbergen und eine lachende Maske aufzusetzen? Viel stärker ist es, sie abzunehmen und sich dem zu stellen, wer man wirklich gerade ist, weder sich selbst noch anderen etwas vorzuspielen, sich zu öffnen, verletzlich zu machen, bewusst Schwäche und Schmerz zu empfinden, und dann vielleicht um Hilfe zu fragen, vielleicht daran weiterarbeiten, und so weiter. Masken sind ein Zeichen von Schwäche, sei es emotional, charakterlich oder sonstwie.
  6. Ich höre aus diesem Satz heraus, das diejenige Person andere nicht mit ihrem Leben belasten will. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Mal angenommen, es stimmt: Das funktioniert nicht. Jedenfalls nicht bei sensiblen Menschen wie beispielsweise mir. Ich spüre so oder so, dass da etwas ist, und mich macht es glücklicher, wenn derjenige sich öffnet und mir alles erzählt und meine Hilfe (und wenn es nur Zuhören ist) annimmt als wenn er sich versteckt, um mir nicht zur Last zu fallen. Das (also das nicht zur Last fallen wollen) ist für mich viel eher eine Last. Es erzeugt im schlimmsten Falle Befremdung, Oberflächlichkeit und sogar Angst. Und ich denke, da geht es nicht nur mir so.
  7. Außerdem klingt für mich der Spruch so, als würde die Person die anderen über sich selbst stellen. Das ist etwas, bei dem man sehr vorsichtig sein muss. Es klingt total vorbildlich, ich weiß. Aber: Bevor du in deiner Identität und deinem Charakter nicht fest bist und bevor du deine emotionalen Grenzen nicht kennst und einhalten kannst, solltest du das nicht tun. Versuche, die anderen mit dir auf eine Stufe zu stellen, und lasse dich bitte bitte nicht von ihnen bestimmen, und in gar keinem Fall so, wie in dem Zitat beschrieben. Dich dazu bringen zu lassen, aufgrund von dem Glück anderer dein eigenes Leben zu verbergen, ist schrecklich.

Um dem Spruch wenigstens ein bisschen seiner Würde zurückzugeben:
Ich finde den Ansatz gut, trotz Schmerz zu lachen.
Und es ist ehrenwert, nicht immer alles um sich drehen zu lassen, sondern einen großen Teil seiner Zeit für andere da zu sein, was in diesem Satz zumindest angedeutet wird.

Merke:
Nicht alles, was tiefsinnig klingt, ist auch tiefsinnig.
Besondere Vorsicht ist bei Kitsch geboten.

Und:
Du kannst keine andere Menschen glücklich machen.
Dein Leben Verbergen erzeugt zudem gar kein Glück.

So. Eine weitere Etappe geschafft im Kampf gegen blöde, pseudo-tiefsinnige Sprüche.

Die Vorgänger:
Never give upSelbstlob stinktSag deiner wütenden Freundin, dass sie süß aussieht