Verschwende!

(Ein Text vom 01. Juni 2014)

Öffne deine Augen, hebe deinen Kopf und sei verschwenderisch.

Verschwenderisch mit Ideen. Lass deine Fantasie von der Kette, gib deinem Inneren Raum. Sei kreativ. Sieh, was um dich ist, und werde Katalysator und Schöpfer von Neuem. Widerstehe der Angst vorm falsch machen, nicht gut genug sein. Fang 1000 Sachen an und mache eine davon fertig. Liebe das Kreative um die Ideen und ihrer selbst willen und nicht wegen dem Ergebnis. Zelebriere den Müll, der manchmal dabei entsteht, und sei genial.

Verschwenderisch mit Wertschätzung. Trage dein Herz auf der Zunge und in deinem Lächeln. Gib und gib mehr. Beginne eine Kultur von einander zulächeln, Komplimente machen, unterstützen. Schätze Menschen um ihrer selbst willen und nicht aufgrund dessen, wie sie mit dir umgehen oder was du für einen Nutzen aus ihnen ziehst. Verliere deine Vorurteile und Bitterkeit aus Versehen im Wald und lass dein Herz sprechen. Lass alle wissen, was sie für wundervolle Menschen sind.

Verschwende, weil du dadurch reicher wirst.
Verschwende, weil es dir gut tut.
Verschwende, weil es ansteckt.
Verschwende, weil du doch alles hast.
Verschwende, weil du etwas zu geben hast.

Öffne deine Augen, hebe deinen Kopf und lebe.

Momentaufnahme einer Künstlerin

In einem systematischen Chaos liegen Farben, Pinsel, Lappen, Pappteller und Plastikbecher um mich herum, und vor mir eine weiße Leinwand, noch völlig weiß, alles ist möglich. Die Farbe auf meiner Haut wirkt wie teures Balsam. Es macht ein leises Geräusch, als ich mit der Farbe über die Leinwand streiche, und irgendetwas, irgendwo in mir

kommt nach Hause.

KreativleuteTreffen

Ihr schließt mich wieder ans Stromnetz an, ladet mich wieder auf.
Gebt mir wieder Strom, wieder Strom, Strom.
Ich nehme ihn in mich auf, lade mein Herz wieder auf, bis der Akku wieder voll ist.

Ihr gebt mir Strom, und diese Energie wird in mir zur Quelle. Eine Quelle, aus der Ströme der Begeisterung, der Dankbarkeit, der Zuneigung, der Kreativität und des inneren Friedens entspringen. Ströme, die fließen, durch meinen ganzen Körper, durch jede Zelle, und hinaus zu euch.

Kannst du spüren, wie deine Füße umspült und rein gewaschen werden?

Schreibtischmutation

Ich habe mir gestern einen Traum erfüllt – malen können in meinem Zimmer. Ich habe mir eine Wachsdecke (für 5€) gekauft, diese mit Panzerband (nach guter, alter Sola-manier) an meinem Tisch festgeklebt und habe die Farben in mein Zimmer geholt. Endlich malen, wann ich will und ohne ständig genervt zu werden! „Oh, du malst… Was soll das werden? Orr, sag mal! Was soll das werden? Du kannst mich nicht raus schicken, das ist nicht dein Zimmer!“ „Naja, aber du musst dann auch bald aufräumen, es gibt dann Abendessen!“ – Nie wieder!

SchreibtischCool, ne? :-)

Kein Raum für mich

Klausur. Klausur. Klausur. Projekt. Test. Heft. Klausur.

Dazwischen: Ich. In letzter Zeit erstaunlich kreativ. Ich habe so viele Ideen. Ich habe Ideen für Bilder, die ich auf Leinwand malen könnte. Ich habe Ideen für Geschichten, die ich schreiben könnte. Ich habe Ideen für Fotomotive. Ich habe so viel Lust auf Klavier spielen, stricken, Radio hören und lesen. Ich will die Ideen in meinem Kopf verwirklichen, will machen, was aus mir kommt. Will mein Inneres nach außen kehren, ob in Geschichten oder Bildern.

Aber dafür ist keine Zeit. Die Schule („Du lernst fürs Leben, es ist wichtig, das brauchst du später noch“) lässt dafür keinen Raum. Sie füllt alles aus. Füllt es aus mit ihrer ekligen, dickflüssigen, beißenden Suppe. Und ich kriege sie einfach nicht raus. Ich schaffe es nicht. Sie erstickt mich. Sie erstickt meine Ideen. Ich habe gerade noch Zeit, in kurzen Texten Luft zu holen. Die Schule.

Sie lässt keinen Raum für mich. Ich komme nicht gegen sie an.