woandershin.

Will mich verkriechen, verstecken, verschwinden. Abhaun, in ein anderes Universum, in der es keine Zeit gibt, keine Eile und keine Sorgen. Keine Erwartungen. Will wegfliegen, raus aus dieser Welt. Woandershin, wo ich nichts sehen muss und nichts hören. Wo es ruhig ist, geborgen ist. Wo niemand nach mir fragt. Wo es keinen Wert gibt, den ich habe oder nicht habe, keine Schwächen oder Stärken. Kein Durchhalten. Wo ich mich ausruhen kann. Wo niemand ist, der mir Druck machen kann. Keine Vorstellung von mir, der ich genügen muss. Wo es dunkel ist, dunkel und leise. Und weich! Und entspannt. Tiefenentspannt.

Dorthin will ich, jetzt. Ich will, dass diese andere Welt mich aufnimmt und mich wiegt, bis alles von mir abgefallen ist, und noch länger. Eine kleine Ewigkeit.

Und dann will zurück hierher kommen und stark sein, voller Tatendrang, Energie und Präsens. Zurück kommen, und es schaffen können und Spaß daran haben. Frei sein von Schwäche und Ohnmacht. Mächtig will ich sein, mächtig und frei und schön.

Und ich selbst.

Die Nachrichten – Modejahr 2014

Und nun die Modevoraussicht für 2014.

Die Farben nähern sich nach und nach so dem kacki und der Palmolive an, ganz modern auch die Ärmel im sechsunzwanzigachtel-Länge, gerne auch ein wenig weiter. Ganz trendy wird auch das sogenannte Stilhopping, bei dem man sich einen Stock in den Arsch steckt und die ganze Zeit hüpft. Gerade Models wie Marianne Modelle setzten so Zeichen. Große Designer wie Daisy Disegn setzten derzeit auch auf Körperbedeckung – eine ganz unerwartete Idee. Diesel Disain setzt gar auf Körpererwärmung! Wie dem auch sei.

Und nun das Wetter.

Es wird manchmal kalt, manchmal warm, gegen Abend manchmal regnerisch und sonnig und nochirgendwieanders, aber es wird Ihnen sicher nicht gefallen.

Und das wars auch schon wieder mit ihrem Nachrichtenmagazin. Es folgt „Bei Hütti aufm Sofa“, die Talkschow für Eltern mit Kinderbefall. Guten Abend.

Hochsensibler Moment (3)

(Ein Moment, den jeder mal erleben kann, der aber meiner Beobachtung nach typisch Hochsensibler ist.)

Eine Freundin unterhält sich mit mir.

Plötzlich beginnt sie, mir die Probleme ihrer Beziehung zu schildern, erzählt mir sehr, sehr persönliche Dinge. Ihre Stimme wird sehr leise, damit es kein anderer außer mir hört. Sie schildert mir alles, wird ganz aufgelöst. Groß helfen kann ich ihr natürlich nicht, das kann wohl keiner. Trotzdem ist sie mir dankbar. Danach sagt sie: „Entschuldigung, das musste jetzt mal raus. Ich habe irgendwie fast nur Jungs als enge Freunde, und du kannst so gut Zuhören.“

Ich weiß nicht mal, wo sie wohnt oder wie sie mit Nachnamen heißt. Ich weiß nicht, ob sie Geschwister hat. Vielleicht einen Hund? Keine Ahnung, ob sie Sport macht und ob sie Musik macht. Ich weiß fast nichts über sie.

Ich scheine nicht die einzige zu sein, der so was immer wieder mal passiert. Es scheint ein recht verbreitetes Phänomen unter Hochsensiblen zu sein. Aber ich mag diese Rolle. Ich helfe doch gerne, gerade, wenn ich nicht mehr machen muss als einfach nur zuzuhören.

Hochsensibler Moment (2)

(Ein Moment, den jeder mal erleben kann, der aber meiner Beobachtung nach typisch Hochsensibler ist.)

Wieder im Bus. Ich weiß nicht, ob ich irgendeine Regung im Augenwinkel beobachtet habe oder so, aber auf einmal richtet sich mein Blick direkt auf ein Mädchen, dass auf der anderen Seite des Ganges sitzt. Sie ist ein oder zwei Jahre älter als ich. Im Gegensatz zu mir fährt sie gegen die Fahrtrichtung, sodass ich ihr direkt ins Gesicht sehen kann.

Woran ich es bemerke, weiß ich nicht, aber für mich ist offensichtlich, dass es ihr nicht gut geht. Sie blickt ins Leere, ihre Augen sind matt. Daran ändert auch die Schminke nichts, obwohl diese ja immer strahlende und geheimnisvolle Augen verspricht, jedenfalls wenn man sich so schminkt wie sie. Ihre Lippen sind knallrot geschminkt. Sie kommt mir vor wie eine vergessene Puppe, die auf dem Regal verstaubt.

Warum weiß ich das oder glaube zumindest, es zu wissen? Warum sehe ich sie überhaupt so bewusst an und warum mache ich mir überhaupt Gedanken?

Ich bete kurz für sie und lasse sie und ihre Geschichte wieder los.

Hochsensibler Moment (1)

(Ein Moment, den jeder mal erleben kann, der aber meiner Beobachtung nach typisch Hochsensibler ist.)

Sechs anstrengende Stunden Schule hinter mir, endlich kommt der Bus, der mich in das gelobte Land bringen soll – also nach Hause. Ich steige ein, und weil mir eine Freundin einen Platz frei gehalten hat, setzte ich mich zu ihr.

Sie ist eine sehr quirlige Persönlichkeit, die manchmal mehr redet, als die Polizei erlaubt. Nun ja, ich rede ja auch nicht gerade wenig, also darf ich mich eigentlich nicht beschweren. Nur leider werden Stimmern oft anstrengend, wenn der andere aufgedreht ist und man selbst geschafft.

Ich setzte mich also zu ihr, und sie beginnt zu reden.

Was hattest du heute? Ach so, du magst diese Frage ja nicht. Naja, also ich hatte gerade Deutsch bei Frau Irgendwas, und die ist so schlimm, ey, ne, wir sollen jetzt so ne blöde Gruppenarbeit machen und wir haben voll wenig Zeit und … blablabla … Oh, das Wetter ist so blöd! Immer genau dann, wenn ich reiten will, wirds schlecht … blablabla … Dann hatte ich heute noch das, dieses und jenes bei Herr X, Frau Y und Herr Z, kennst du die? … blablabla … Hahaha, voll lustig, muss ich dir noch erzählen, also: … blablabla … Du sagst so wenig. Bist du wieder müdeeee?

Eigentlich ja nur der übliche Smalltalk …

Aber mit jedem Wort sticht sie noch mal auf mein ausgelastetes Gehirn ein. Nach der Schule kann ich meistens einfach nicht mehr, mein Gehirn ist voll, da passt nichts mehr rein, schon gar nichts, wo es um Beziehungen geht. Bitte, da darf einfach keiner mehr irgendwas von mir erwarten, wenn ich nicht vorher eine Pause hatte! Mein Kopf beginnt zu pochen, ich entwickle eine starke Wut auf sie und fühle mich gleichzeitig irgendwie fies. Sie kann ja nichts dafür. Aber warum ist sie nicht einfach still? Weiß sie nicht, dass sowas mit mir nicht geht? Nein, natürlich weiß sie das nicht.

Und weil wir uns meistens nur nach der Schule sehen, begegne ich ihr regelmäßig nur mühsam beherrscht und gespielt interessiert, was sie natürlich mitbekommt. Aber was soll ich denn machen? Ich hab sie ja trotzdem total gerne. Ich hoffe, sie weiß das.

Irgendwann, endlich, komme ich aus dem Bus raus. Ich habe noch ihre Stimme im Ohr („Warum bist du immer so still und abweisend? Hast du was gegen mich?„) und fühle mich noch mal doppelt so geschafft.

Menschen sind anstrengend.

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PS: Das ist mein 100. Artikel, sehe ich gerade. Großes Danke an euch Leser und besonders an die, die sogar kommentieren! :-)

Musikmoment

In wundervoller Musik vollkommen verloren sitze ich hier. Irgendwie weiß ich noch, dass ich noch Hausaufgaben machen muss, duschen muss, bald ins Bett sollte, und frage mich, warum Menschen sich überhaupt noch ein Leben machen, wenn es solche Musik gibt. Völlig in einer anderen Welt. An einem geheimen Ort, der nur einige Minuten existiert. Der einem nur kurz Einlass gewährt. Wundersam. Es gibt keine Worte dafür.

Dieser Moment, den man nur mit Musik erleben kann, die man wirklich liebt, und wenn man sich in sie fallen und sich von ihr wegtragen lässt. In meinem Fall klick. (Ich entdecke gerade instrumentale Musik für mich. :-))

Tausche Hirn gegen Stroh!

Letztens hat eine Freundin zu mir gesagt:

Manchmal würde ich mein Gehirn gerne gegen Stroh austauschen. Geht das? Nur mal so für ein paar Stunden? Damit ich nicht mehr denken muss?

Oh, ich weiß, was du meinst! Aber ich hätte dann lieber gerne Zuckerwatte statt Stroh. Stroh pickst so.

(Ps: Ich kann das Wort „Stoh“ (ähäm) einfach nicht tippen. Ich musste in diesen paar Sätzen jedes einzelne „Stro“ (genau) korrigieren, und jedes auf eine andere Weise.)