Mein Brief an Jeanne

Salut Jeanne,

oder soll ich Jeanette sagen? Oder Johanna? Oder „die Jungfrau von Orleans“? Ich glaube, ich nenne dich erst mal Jeanne, so wie die, mit denen du viel zu tun hast.

Ich bin Sina, ein 15-jähriges Mädchen, und ich würde dich gerne kennen lernen. Du hast Frankreich von den Engländern befreit – beziehungsweise bei der Wende stark mitgewirkt. Und selbst wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum du Frankreich als so heilig ansiehst – schließlich ist es das Franzosenland – bin ich neugierig, wie du so bist. Ich hab jetzt drei Bücher über dich gelesen, ein richtig gutes und zwei richtig schlechte. So ein bisschen was weiß ich also schon über dich. Ich würde gern hören, was du zu dem sagst, was da so über dich steht. Besonders zu den beiden schlechten Schriftstücken – das eine, wo du (weil für Jugendliche angeblich besser geeignet) als naives, dummes und wildes Mädchen beschrieben wirst, und das andere, das dich als katholische Heilige darstellt und (weil sonst nicht heilig genug) ganz bewusst die Hälfte der Informationen weglässt. Ich glaube, du wirst entweder richtig laut lachen oder ausrasten.

Ich bewundere deine Geradlinigkeit, Jeanne. Dein entschlossenes Losgehen und Durchpowern. Du hast eine Entscheidung in aller Konsequenz getroffen. Du hast dich nicht abhalten lassen, sondern hast gekämpft und viele, viele Menschen mitgezogen. Und trotzdem bist du in Kontakt mit Gott geblieben. Deine Überzeugungen sind unerschütterlich. Du stehst unerschrocken zu dem, was du glaubst, und bietest damit allen die Stirn. Ich glaube, ich kann sehr viel von dir lernen. Du zeigst mir irgendwie, was es heißt, ausgesandt zu werden.

In deiner Art, mit Menschen umzugehen, bist du ganz besonders ein Vorbild für mich. Du bist nicht scheu oder schüchtern. Du hast keine Angst vor Leuten. Du vergötterst niemanden. Du lässt dich nicht einschüchtern oder manipulieren. Keiner ist dir zu hoch oder zu niedrig; es ist eher so eine Ebene, oder? Du bist einfach respektvoll und freundschaftlich, du ermutigst, begeisterst und weist zurecht. Du bist in der Lage, in anderen Selbstvertrauen und Mut zu wecken.

Und trotzdem bist du verletzlich. Du weinst. Und das macht mir auch Mut. Du bist ein Mädchen wie ich. Du hast auch Schwächen – zum Beispiel für schöne Rüstungen. Verstehe ich. Welches Mädchen will nicht schön sein? Weißt du, ich habe dieses Jahr auf einem Feriencamp ein Kettenhemd angehabt – das war auch toll. Wie muss dann erst eine Rüstung sein? – Und ich glaube, ich verstehe auch deine Enttäuschung und deine Verbitterung, als auf einmal nur noch Desinteresse für dich da war, sobald du in Feindeshand gelandet bist. Menschen sind irgendwie immer noch nur Menschen, daran hat sich noch nie etwas geändert.

Ach Jeanne, ich mag auch einfach deine Art. Deine Schlagfertigkeit, deine Klugheit, deine Wildheit, all das. Ich würde dich gern mal einladen. Wir könnten zusammen was essen und dann nen langen Spaziergang machen, bei dem du mir alles erzählst, wie es wirklich war. Ich will von dir lernen und ich will deine Meinung zu meiner Situation hören. Wenn es dann spät ist, kannst du auch bei mir übernachten. Wie haben ein Gästebett, da kannst du schlafen.

Ich schreib dir einfach mal, wann ich so Zeit hab, und du kommst vorbei, wann es dir passt, okay?

Ich freu mich auf dich!

Sina

Someone

(Vorsicht: Erster veröffentlichter Beitrag auf Englisch. Seid gnädig mit mir.)

Für den, der mich auf dem Sommerlager ganz unerwartet gefragt hat, wie es mir eigentlich geht, als ich mich gerade gar nicht wahrgenommen gefühlt habe. Danke, Junge.

Someone looking at me
Someone talking to me
Someone interested in me
Someone addressing right me
is someone who makes the difference.

Segelurlaub in farbigen Pixeln

So, da bin ich wieder, zurück vom Sommerlager und Segelurlaub, ab jetzt wird wieder unregelmäßig und spontan gebloggt.

Und vom Segelurlaub hab ich euch ein bisschen was mitgebracht. Das ist nämlich so: Es gibt da so neumodische Dinger, mit denen man das, was man so sieht, als farbige Pixel speichern kann. Und wenn man da drauf guckt, sieht das aus, als würde man durch ein Fenster dorthin gucken. Nur dass es sich nicht bewegt. Jap, und genau das hab ich im Segelurlaub (zusammen mit meinem Papa) mal wieder gemacht. Hier ein paar Beispiele.

Ach ja, wie immer gilt: Aufs Bild draufklicken, dann wirds schärfer.

Unser Schiff. Ein restauriertes Plattbodenschiff. Hier beim Trockenlegen, das heißt bei Hochwasser nen netten Ort im Watt suchen, das Wasser abfließen lassen und schließlich das Schiff zu Fuß verlassen.

Unser Schiff. Ein restauriertes Plattbodenschiff. Hier beim Trockenlegen, das heißt bei Hochwasser nen netten Ort im Watt suchen, das Wasser abfließen lassen und schließlich das Schiff zu Fuß verlassen.

Das Foto ist von meinem Papa, aber ich mag es so. Es ist von einem Abend, an dem wir nachts noch ein Stück mit Motor gefahren sind.

Das Foto ist von meinem Papa, aber ich mag es so. Es ist von einem Abend, an dem wir nachts noch ein Stück mit Motor gefahren sind.

Der Klüverbaum mit dem Klüvernetz - ganz vorn am Schiff. Immer wieder ein willkommener Rückzugsort.

Der Klüverbaum mit dem Klüvernetz – ganz vorn am Schiff. Immer wieder ein willkommener Rückzugsort.

Das sieht schon cool aus, wie unsere Reisetruppe da unter dem Abendhimmel steht und runter aufs Wattenmeer guckt, oder?

Das sieht schon cool aus, wie unsere Reisetruppe da unter dem Abendhimmel steht und runter aufs Wattenmeer guckt, oder?

Der Leuchtturm Terschellings. 30 Sekunden Belichtungszeit, Blende 4 - und eine Art manuelle Intervallaufnahme. Immer mit einem ... äh ... *hust* Bandeautop die Linse zuhalten, wenn das Leuchtturmlicht kommt. So macht fotografieren Spaß.

Der Leuchtturm Terschellings. 30 Sekunden Belichtungszeit, Blende 4 – und eine Art manuelle Intervallaufnahme. Immer mit einem … äh … *hust* Bandeautop die Linse zuhalten, wenn das Leuchtturmlicht kommt, damit das Licht vom Leuchtturm nicht einfach nur eine riesen Überbelichtung in der Mitte des Fotos ist. So macht fotografieren Spaß!

Hallo, ich bin klein

Hallo, ich bin Sina, und ich bin klein.

Also von der Körpergröße bin ich ganz normal. Ich bin nur jung. Und weil „jung“ irgendwie so relativ und dehnbar klingt, sag ich jetzt klein. „Zu jung“ lässt sich wegargumentieren, „zu klein“ ist „zu klein“.

Es hat sich irgendwie so ergeben, dass ich in einigen Bereichen von anderen Leuten sehr schnell als ziemlich reif und erwachsen eingestuft werde. Viele beginnen mich dann zu behandeln, als wäre ich erwachsen, stellen Erwartungen, als wäre ich erwachsen, und übertragen mir Verantwortung, als wäre ich erwachsen. Sie wollen mich zu einem von den großen Leuten machen. Und dann muss ich sie daran erinnern, dass ich noch klein bin. Ja, so sehr wollen sie mich manchmal groß machen, dass ich selbst die Grenzen setzten muss und „zu klein!“ schreien muss, obwohl das eigentlich genau andersrum sein müsste.

Klein heißt schutzbedürftig. Klein heißt hilfebedürftig. Klein heißt „braucht Geborgenheit“. Klein heißt „alles muss erklärt und gezeigt werden“. Klein heißt „aufpassen, dass sie nichts anstellt“. Klein heißt „darf noch nicht alles“. Klein heißt „macht Quatsch“. Klein heißt „probiert sich aus“. Klein heißt „muss wachsen“. Klein heißt „noch nicht groß“.

Ich bin zwar auch stark, und ich bin zwar auch manchmal ziemlich groß, aber oft bin ich eben auch klein. Ja, da brauchst du gar nicht so zu gucken. Das ist so. Mit fünfzehn ist man auch noch klein.

Lasst mich klein sein. Lasst mich Kind sein, solange ich noch eins bin.

10 Fakten über mich – Episode 5

1) Ich habe schon mal eine Heuschrecke gegessen. Schmeckt etwas wie Walnuss und hat einen ganz trockenen Nachgeschmack. Muss man nicht tun.

2) Ich bin ein bisschen süchtig nach Notiz- und Einschreibbüchern. Wenn ich ein schönes sehe, muss ich es kaufen. Ich muss. Und die meisten benutze ich auch.

3) In meiner ersten Geschichte geht es um Lisa, das Schaf. Sie findet eine Verkleidekiste, spielt mit ihren Freunden damit und muss sie gegen Tim verteidigen. Zu diesem Zweck kackt sie ihm unter anderen auf den Fuß. Naja.

4) Früher war Grün meine Hassfarbe, jetzt ist es meine Lieblingsfarbe.

5) Ich bin sehr empfindlich, was Piep-Töne angeht. Da werde ich schon mal ein bisschen fuchtig. (Kennt ihr das Wort?)

6) Bei mir müssen immer alle Türen zu sein. Ich finde es schrecklich, wenn das nicht so ist. Ich will wissen, wer hört, was ich sage, und wer sieht, was ich tue.

7) Ich habe sehr unruhige Hände. Sie zittern manchmal fast gar nicht und manchmal so stark, dass ich befürchte, die Tasten auf dem Klavier nicht zu finden. Das wirkt sich sehr ungünstig auf Fotos und Vorträge aus (weil ich da von etwas ablesen muss, was ich in der Hand halte).

8) Ich hasse Mindmaps. Ich finde sie verwirrend, unübersichtlich und hässlich.

9) Ich hasse Geschichte (also das Unterrichtsfach und generell das Untersuchen vergangener Zeiten) und ich kann das nicht 100%ig erklären. Aber es ist so.

10) Ich verliere ständig Haare. Und weil meine Haare rot und gelockt sind, wissen auch immer alle, dass es meine sind.

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Episode 1  2  3  4

10 Fakten über mich – Episode 4

1) Ich mag nicht früh ins Bett gehen und ich mag auch nicht allzu spät aufstehen. Ja, das ist ganz schön blöd gelaufen.

2) Schlimmer als Spinnen, Zecken und Linsensuppe zusammen: Nacktschnecken. Uäh, Nacktschnecken. Die schlimmsten Tiere der Welt, wirklich.

3) Es gibt so circa drei Menschen über 12 Jahren, die meinen Humor teilen. Ich finde das traurig.

4) Ich tanze echt super gern, aber nur, ich sag mal: Freestyle. Paartanz und andere Choreographien liegen mir irgendwie nicht. Und selbst beim einfach-so-tanzen habe ich eine irre hohe Hemmschwelle. Ich denke immer, dass ich dabei so unglaublich bescheuert aussehe.

5) Schwarze Fenster machen mich verrückt. Ich kann den Gedanken nicht leiden, dass jemand von außen rein, aber ich nicht von innen raus gucken kann.

6) Manchmal bin ich stundenlang einfach so auf den Feldern. Das ist eine Zeit, in der ich eigentlich nichts mache, aber sie tut gut.

7) Ich bin seit ein paar Jahren laktoseintolerant.

8) Winterkind aus vollem Herzen!

9) Ich habe meine Ohrlöcher erst mit zwölf oder dreizehn Jahren bekommen. Und irgendwie finde ich das auch gut so. So war es wenigstens meine Entscheidung.

10) Ich kann mir das nicht erklären, aber ich kann kein Kaugummi kauen. Das löst sich bei mir immer im Mund auf und irgendwann ist es weg. Wirklich! Hat das noch irgendjemand oder bin ich damit wirklich so alleine, wie es mir immer vorkommt?

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Episode 1  2  3  4  5

10 Fakten über mich – Episode 3

1) Ich hatte mal sechs Brieffreunde gleichzeitig – aber nur ganz kurz. Dauerhafte Brieffreundschaften hatte ich drei.

2) Ich lieeebe Kartoffelchips und ähnlichen Salzknabberkrams.

3) Ich habe mir mal über mehrere Wochen eine Stadt aus Kisten für meine Kuscheltiere gebaut und sie „Konstantinopel“ genannt. Ich war sehr schockiert, als ich erfahren habe, dass es Konstantinopel wirklich mal gab.

4) Ich bin so ein krasser Morgenmuffel, dass ich morgens absolut nicht ansprechbar und erst recht nicht entscheidungsfähig bin. Selbst die Frage, was ich anziehen soll, überfordert mich da regelmäßig.

5) Ich muss ständig mein Zimmer umräumen. Dauernd stehen meine Möbel irgendwie anders. Ich kann nicht aufräumen, ohne etwas zu verändern.

6) Ich bin keine Hausfrau. Ich finde Kochen anstrengend, Bügeln überflüssig und Wäsche waschen und Putzen ist für mich nichts als eine lästige Pflicht, die halt gemacht werden muss. Oh man, werde ich jemals einen Mann finden?

7) Ich kann keine Töne treffen. Mein Gesang ist schrecklich. Und dabei singe ich für mein Leben gerne! Ich würde so gern singen können! Manno, warum bin ich da nur so untalentiert?

8) Meine Fähigkeit zu Reden ist sehr instabil. Manchmal stotter ich ohne Ende und schaffe es kaum, einen grammatikalisch richtigen Satz zu sagen, und manchmal fließen die Wörter nur so aus mir raus.

9) Ich habe schon als Kind Kinderlieder gehasst und es hat sich seitdem nichts geändert. Ich hasse sie wirklich.

10) Ich fahre gerne in einigermaßen leeren Zügen. Das ist eine Zeit, während der ich an nichts anderes denken muss und wo ich nicht den Druck habe, eigentlich irgendetwas anderes machen zu müssen. Das genieße ich sehr.

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