Fußballfieber Edition 60+

„Ich habe in letzter Zeit Fußball für mich entdeckt“, vertraut mir Oma mit wichtiger Stimme an.
„Fußball?“, wiederhole ich zum Amüsement interessiert.
„Ja, Fußball. Ich finde, es ist gut zur Unterhaltung. Da quatscht mir keiner son Blödsinn ins Ohr.“
„Naja, da quatscht schon einer Blödsinn, und zwar nicht zu wenig…“, gebe ich zu bedenken.
„Na, aber den kann man ja ausschalten!“, triumphiert sie.
Ausgefuchst, meine Oma.

„Nein, und schon wieder daneben! Ohh“, höre ich kurz darauf eine mitgerissene Stimme aus dem Wohnzimmer, während ich in der Küche noch das Geschirr vom Abendessen abtrockne. Mir das Lachen verkneifend linse ich aus der Küchentür. Gerade tritt mein Opa hinzu und fragt meine Oma: „Wer denn? Der HSV?“

„Na die Roten!“ Pause. Leiser: „Wer war das jetzt nochmal?“ Pause. Dann wieder voll drin: „Aber sie hatten drei gute Chancen und alle vorbei!“

Der Mann mit dem Buch über sich selbst

Im Bus saß ein Mann, der ein Buch über sich selbst las. Zumindest war er der Mann auf dem Cover. Wenn er es nicht war, dann war es zumindest sein eineiiger Zwilling. Oder sein Klon.

Er sah dem Mann auf dem Cover des Buches auf jeden Fall zum Verwechseln ähnlich. Und er las das Buch sehr interessiert. Ich weiß nicht, warum er das gelesen hat. Vielleicht will er das Buch veröffentlichen und er hat es ein letztes Mal gegengelesen, bevor es in den Druck geht. Oder jemand hat heimlich eine Biographie über ihn geschrieben, die er dann zufällig in einem Buchladen gesehen hat. Oder er findet sich einfach geil und ließt sein Buch jetzt einfach selbst – zum achten Mal. Weil es kein anderer ließt.

Jedenfalls hat der Mann ein Buch über sich selbst gelesen – und ich hab ihn dabei erwischt.

… dachte ich zumindest. Als er das Buch kurz vorm Aussteigen eingepackt hat, habe ich feststellen müssen, dass er doch nicht so ganz genau aussah wie der Mann auf dem Cover. Aber das verdränge ich jetzt einfach mal. Weil ich die Vorstellung zu gut finde – ein Mann, der im Bus ein Buch über sich selbst ließt. Ich feier das.

Endgegner

Ha! Ein kuscheliger, warmer (aber nicht zu warmer) Schal gegen die Killer-Halsschmerzen des Todes als Frontalangriff von Außen! Ein köstlicher Tee aus frisch gepresstem Nektarinensaft, schwarzem Tee und Honig schmuggelt sich hintenrum ins Lager! Und an dritter Front werden meine Füße mit zwei Einheiten Spezial-Kuschelsocken konfrontiert!

Na, Erkältung, bin ich dir ein würdiger Endgegner?