Per Schiff den Horizont ergründen

Ich versuche, auf dem offenen Meer mit den Augen den Horizont zu ergründen, doch er ist weit. Der Himmel wirkt höher und das Meer ist da in einer unendlichen, machtvollen Ruhe. Und obwohl es doch nur Wasser ist, können meine Augen sich nicht satt sehen. Das Segelboot schwankt unter mir, vielleicht irgendwie rhythmisch, oder auch nicht. Warmer Wind trocknet die Salzwasserhaare.

Es ist paradox, wie man auf dem Meer so alleine und so zusammen gleichzeitig sein kann. Obwohl da niemand ist, soweit das Auge reicht, sind zehn Menschen auf ein paar Quadratmetern die ganze Zeit beieinander. Das ist intensiv, irgendwie – mal mehr, mal weniger gewollt, von unterschiedlichen Menschen. Es ist ein Ort, wo man Geheimnisse finden kann – in Wahrheits-Worten und Herausforderungs-Bewältigungen und Beobachtungen. Ein Hauch Narnia liegt im Wind, wenn ich Dinge lerne, von denen ich mein Leben lang zehren werde, wenn ich neue Wege und neue Ziele sehe, sich die nächsten Schritte abzeichnen.

Ich werde zeitlos. Ich kaufe mir einen Hut und bekomme Sommersprossen. Ich habe Bauchschmerzen und Deutschland wird Weltmeister. So Sachen eben. Kommt vor.

Wir machen unsere Hände auf und bekommen jeder Dinge hineingelegt. Wie das so ist – jeder etwas anderes, jeder das Beste für sich. Und wir schließen unsere Hände, halten es fest, und werden uns das nicht mehr nehmen lassen.

Es war auch manchmal schwer und ich wollte nicht mehr. Menschen kamen mir zu nahe oder waren zu weit weg, waren zu laut und ließen mich nicht, und tickten so völlig anders als was ich verstehe. So manches Mal verkroch ich mich vor lauter einsamer Hilflosigkeit und Überforderung in mir drin und fand den Weg hinaus nicht mehr.

Und doch war es gut, dass ich da war – das weiß ich ganz sicher – denn der Horizont, den ich eine Woche lang mit den Augen verfolgt habe, ist weiter geworden.
Innen drin.
Und außen rum.

Segelurlaub in farbigen Pixeln

So, da bin ich wieder, zurück vom Sommerlager und Segelurlaub, ab jetzt wird wieder unregelmäßig und spontan gebloggt.

Und vom Segelurlaub hab ich euch ein bisschen was mitgebracht. Das ist nämlich so: Es gibt da so neumodische Dinger, mit denen man das, was man so sieht, als farbige Pixel speichern kann. Und wenn man da drauf guckt, sieht das aus, als würde man durch ein Fenster dorthin gucken. Nur dass es sich nicht bewegt. Jap, und genau das hab ich im Segelurlaub (zusammen mit meinem Papa) mal wieder gemacht. Hier ein paar Beispiele.

Ach ja, wie immer gilt: Aufs Bild draufklicken, dann wirds schärfer.

Unser Schiff. Ein restauriertes Plattbodenschiff. Hier beim Trockenlegen, das heißt bei Hochwasser nen netten Ort im Watt suchen, das Wasser abfließen lassen und schließlich das Schiff zu Fuß verlassen.

Unser Schiff. Ein restauriertes Plattbodenschiff. Hier beim Trockenlegen, das heißt bei Hochwasser nen netten Ort im Watt suchen, das Wasser abfließen lassen und schließlich das Schiff zu Fuß verlassen.

Das Foto ist von meinem Papa, aber ich mag es so. Es ist von einem Abend, an dem wir nachts noch ein Stück mit Motor gefahren sind.

Das Foto ist von meinem Papa, aber ich mag es so. Es ist von einem Abend, an dem wir nachts noch ein Stück mit Motor gefahren sind.

Der Klüverbaum mit dem Klüvernetz - ganz vorn am Schiff. Immer wieder ein willkommener Rückzugsort.

Der Klüverbaum mit dem Klüvernetz – ganz vorn am Schiff. Immer wieder ein willkommener Rückzugsort.

Das sieht schon cool aus, wie unsere Reisetruppe da unter dem Abendhimmel steht und runter aufs Wattenmeer guckt, oder?

Das sieht schon cool aus, wie unsere Reisetruppe da unter dem Abendhimmel steht und runter aufs Wattenmeer guckt, oder?

Der Leuchtturm Terschellings. 30 Sekunden Belichtungszeit, Blende 4 - und eine Art manuelle Intervallaufnahme. Immer mit einem ... äh ... *hust* Bandeautop die Linse zuhalten, wenn das Leuchtturmlicht kommt. So macht fotografieren Spaß.

Der Leuchtturm Terschellings. 30 Sekunden Belichtungszeit, Blende 4 – und eine Art manuelle Intervallaufnahme. Immer mit einem … äh … *hust* Bandeautop die Linse zuhalten, wenn das Leuchtturmlicht kommt, damit das Licht vom Leuchtturm nicht einfach nur eine riesen Überbelichtung in der Mitte des Fotos ist. So macht fotografieren Spaß!