Du öffnest deine Hand

Texte vom langsamen Beginn einer ersten Liebe 1/4

Du öffnest deine Hand und ich lege die meine in deine.

Lange war sie verschlossen, deine Hand, und all deine Gedanken, all deine Gefühle, blieben in dir. Du bewegtest sie in dir und ließt sie keinen Weg hinaus finden. Schwer war das alles in dir, doch leichter es bewahren als irgendetwas zu zeigen. Du hast mich angesehen und deine Gedanken erzählten ihre eigene Geschichte. Dabei warst du auf meinen Wegen, ohne zuvor Fragen zu stellen, und hast mir aufgeholfen, mich ins Gleichgewicht gebracht. Und doch blieb deine Hand verschlossen, und ich griff nie nach ihr. Ich sah dich an. Sah dich an und sah dich an. Ich frage mich, wie du es nicht gesehen hast. Und du wolltest hinaus, doch bliebst in dir, bliebst in dir stecken, und ich saß meine Ungewissheit aus. Wusste nie, was da noch war, ob da noch etwas war. Doch jetzt hattest du Zeit, Zeit diese Schlacht zu schlagen, und endlich, endlich…

öffnest du deine Hand und bietest sie mir an. Und ich nehme sie, als hätte ich nie etwas anderes getan, als hätte ich es schon lange gewusst.

Fang mich

Fang mich doch, wenn du mich willst.

Und wenn du kannst. Wenn du mit mir Schritt halten kannst. Wenn du wie ich keinen Halt machst vor Herausforderungen. Wenn du dich ohne langes Zögern mit mir zusammen für den harten Weg entscheiden kannst, wenn er der richtige ist. Wenn du schnell lernst und schnell entscheidest und niemals stehen bleibst.

Fang mich, wenn du ein klitzekleines bisschen schneller sein kannst als ich.

Weil ich nicht einsam sein will. Schnell unterwegs zu sein, früh viel zu erleben, das macht manchmal einsam. Dann lebe ich in einer anderen Welt als die um mich herum. Menschen, mit denen ich jetzt noch viel teile, verlasse ich so schnell wieder. Weil ich gehe. Weil ich gehen muss. Weil ich nicht stehen bleiben kann.

Bei den meisten Menschen ist das nicht schlimm. Dann verändert sich die Schnittfläche und wir bleiben doch beieinander, anders.

Aber wenn du mich willst, mich als die Eine an deiner Seite,

dann fang mich.

Eine kleine Runde

„Wollen wir echt noch rausgehen? Ist schon ziemlich spät.“
Wir betrachten gemeinsam den digitalen Wecker, der 23.12 anzeigt.
„Vielleicht noch ne kleine Runde oder so.“

Kurz darauf ziehen wir die Haustür hinter uns zu und laufen los. Industriegebiete und Wälder um Mitternacht – kein Problem, wenn man einen Mann dabei hat. Ich fühle mich sicher. Mit jeden Schritt lasse ich ein bisschen Schreibtisch, Uni, Stress hinter mir. Mit jedem Schritt lockern meine Gedanken etwas mehr auf. Mit jedem Schritt wird diese Gegend ein bisschen mehr mein Zuhause.

Sieben Kilometer und unzählige Worte später. Wir sind auf dem Rückweg. „Was war für dich am schwersten daran, umzuziehen und ein Studium anzufangen?“, fragt er. Ich habe ihn kurz vorher dasselbe gefragt. Jetzt bin ich dran mit antworten. Ich muss überlegen. Die letzten Monate waren viel. Sie waren aufreibend und ein einziges Durchhalten. Sie waren schmerzhaft.

„So viel zu verlieren“, sage ich. Ich erahne sein Nicken in der Dunkelheit. Er kennt meine Geschichte, war die letzten Wochen nah dran.

„Immer, wenn man was verliert, ist da auch ne Chance drin. Was Neues kann kommen.“

Mir wird der Moment bewusst, den ich gerade erlebe. Wir haben beide keine Uhr und kein Handy dabei, aber es ist sicher irgendwann nach eins. Wir laufen durch die Wiesen zurück in Richtung Stadt. Eine Autobahnbrücke erhebt sich weit über uns. Die Dunkelheit umgibt uns wie ein schützender Mantel. Es ist kalt, aber der Wind bläst meinen Kopf frei. Ich muss lächeln.

„Ja. Inzwischen sehe ich das auch. Ich bin froh, hier zu sein.“

Am Ende sind es 10 Kilometer, bis wir wieder bei ihm vor der Haustür stehen. Er ist völlig platt. Meine Füße tun weh. „So viel zu nur eine kleine Runde“, kommentiert er grinsend.

„Danke“, sage ich.

Die Normalität des Leidens oder German Hugs braucht diese Welt

An meiner Wand hängen Fotos, und auf einem davon ist der wärmste German Hug zu sehen, den ich mir momentan vorstellen kann. German Hugs sind warme, tiefe Kuschelumarmungen, in die man hineinversinken und in denen man sich wohlfühlen kann, und ganz besonders gut kann das meine Freundin Luci, und von ihr und mir in das Foto.

Ich vermisse Umarmungen. In Malaysia umarmt man sich nicht so wirklich. Nur so ganz vorsichtig, ohne sich wirklich zu berühren.

In mir drin ist es momentan oft kalt. Das nennt man Wüstenzeit. Oder einfach ‚hart‘. Vielleicht nennt man es auch Übergangsphase, Kulturstress, erwachsen werden. Isolation. Herausforderung. Was auch immer.

Meine Freunde wissen das, und weil sie mich um eine viertel Erde herum schlecht umarmen können, schreiben sie mir. Und bei dem, was sie so schreiben, lerne ich einiges darüber, wie Menschen eigentlich harte Zeiten und Leiden sehen.

Zuallererst – ja, man darf mir, auch wenn es mir gerade schlecht gehen mag, von dem erzählen, was gut läuft. Dafür braucht man sich nicht schämen, schuldig fühlen oder irgendwas. Es tut mir gut, zu hören, wenn es den Leuten gut geht, die mir am Herzen liegen.

Auch sonst brauche ich, wenn es mir schlecht geht, eigentlich keine Sonderbehandlung. Die meisten Menschen verstehen intuitiv – zuhören, ermutigen, das ist gut. Aber das darüber hinaus auch gut ist, einfach weiterzumachen, mich mit reinzunehmen und dabei sein zu lassen, das scheint gar nicht so klar zu sein. Die Normalität des Leidens ist verloren gegangen. Es wird entweder verdrängt oder dramatisiert. Dabei ist es das gar nicht wert. Es ist einfach nur. Deswegen kann man sich damit mal beschäftigen, und dann aber auch mit etwas anderem weiter machen.

Ich merke, dass ich nicht die einzige bin, die das Leiden aushalten muss. Meine Freunde müssen es auch aushalten – vor allem, dass sie mich nicht retten können. Manche wissen das gar nicht, dass durch ihre Ermutigung nicht gleich alles einfach wird. Sie erwarten von sich, mir eine Lösung anbieten zu können. Ich erwarte das nicht von ihnen. So simpel ist das alles nicht.

Immer wieder schreiben mir Menschen, wie leid es ihnen tut, dass mein Jahr, das doch so gut werden sollte, jetzt hart ist.

‚Gut‘ und ‚hart‘ schließt sich nicht aus. Gut, wenn mein einziges Bestreben mein Wohlfühlen wäre, dann vielleicht schon. Aber wenn ich Charakter,  Beziehungen, Weisheit mit reinnehme, dann können harte Zeiten mir dienen. Schaffe ich es, durch die Gezeiten zu gehen, ohne bitter zu werden, dann können sie mich liebender, verständiger und geduldiger machen. Und wenn ich alte Frauen ansehe, deren Herz und Geist wach geblieben ist, und höre, welche Zeiten sie zu so einer Ehefrau, Mutter, Freundin, Leiterin gemacht haben, dann weiß ich, dass ‚gut‘ manchmal mitten im ‚hart‘ liegt.

Vielleicht klinge ich jetzt weise. Vielleicht klinge ich, als könnte ich gut mit meinem Leid umgehen. Das stimmt nicht. In der Regel hasse ich es und immer wieder will ich aufgeben. Wie selten nur gelingt es mir, es als normalen Teil vom Jetzt anzunehmen, in dem ein „gut“ verborgen ist. Wie selten gelingt es mir, zu leben, was ich im Kopf langsam zu begreifen beginne.

Jetzt gerade zum Beispiel, wo ich das alles durchdacht und aufgeschrieben habe, fühle ich mich einfach nur nach verkriechen und heulen und nach einer ganz tiefen Luci-Umarmung. Meine Seele versteht vieles nicht. Die versteht den Wert hinter etwas nicht, das unangenehm ist. So weit kann meine Seele nicht denken. Meine Seele weiß nur: Aua. Es tut weh und ich mag es nicht.

Aber German Hugs, die versteht meine Seele. Umarmungen braucht diese Welt, besonders dieses Land, und jetzt gerade ganz besonders ich.

Ich mag dich

„Sina ich mag dich :-)“

Um die viertel Welt herum erreicht mich diese Mail, so kurz, dass sie eigentlich auch komplett in den Betreff gepasst hätte, so zusammenhangslos wie nur irgend möglich und so wohltuend wie Schwimmen gehen und danach von Oma bekocht werden.

Es ist so wichtig. Manchmal ist es einfach so wichtig, zu wissen, sich zu erinnern, gesagt zu bekommen, dass man gemocht wird. All die guten Ratschläge und verständnisvollen Kommentare verblassen daneben.

Ich brauche das, und ich beginne, es mir zuzugestehen.

Ich habe ich lange dafür geschämt, dass Anerkennung von anderen so viel mit mir macht. Dass es mir so wichtig ist, zu hören, was jemand über mich denkt, was er für mich fühlt, ob er mich mag. Alle sagen immer: ‚Hör nicht auf das, was die anderen sagen. Sei nicht abhängig davon. Mach dein eigenes Ding.‘ Ich dachte immer, ich muss das lernen, muss das ändern, dass mir das wichtig ist.

Und jetzt denke ich: Nö. Ich bin dafür gemacht, zu mögen und gemocht zu werden. So, wie ich bin und wie es meine Art ist. Und wenn eine Freundin fürs Leben mir diese Worte quer über ein, zwei Ozeane schickt, dann darf ich mich freuen wie ein kleines Kind – auch wenn ich das eigentlich schon lange weiß und sie mir das so oft gesagt hat. Ich darf mich freuen, weil es immer noch so ist und ich glücklich bin, dass es sie gibt und wir uns haben.

Jetzt, wo ich in einem neuen Land bin, wo ich gerade erst Menschen kennen lerne, merke ich, wie schwierig es ist, jemanden so kennen zu lernen, dass man ihn wirklich mögen kann für wer er ist. Bin ich die, als die ich mich hier benehme? Es ist so anders als in Deutschland. Sind die Leute die, für die ich sie halte? Oder verzerren Kulturunterschiede und Vorurteile meinen Blick? Und was sehen die Menschen hier an mir als wertvoll an? Was in Deutschland von meinen alten Freunden an mir geschätzt wurde, hat hier noch keiner erwähnt. Es ist alles so anders.

Da ist eine, die mag mich. Eine viertel Welt weit weg, aber sie kennt mein Herz. Je besser mich jemand kennt, desto wertvoller seine Wertschätzung, und ihre Worte schützen mein Herz wie ein Mantel.

Der Denkerlehrling

Weil Nebenfiguren manchmal die spannendsten Charaktere sind.

Vielleicht gerade so gestreift habe ich die Welt des Denkerlehrlings. Heimlich beobachtet hingegen habe ich ihn immer, aus großem Abstand heraus. Ein Abstand, der wohl nur da war, weil sich keiner von uns beiden je bemüht hat, ihn zu überwinden. Mein Beobachten rührte nicht daher, dass er ein Junge war und ich ein Mädchen – wobei sein hübsches Gesicht durchaus ein Grund hätte sein können. Nein, vielmehr beobachtete ich ihn, weil er etwas an sich hatte, das mich faszinierte. Etwas Aufrechtes, Aufrichtiges.

Auch, wenn ich das wohl nie zugegeben hätte, suchte ich immer wieder heimlich seine Nähe, um seine Weltsicht zu belauschen. Es gab viel intellektuellere Schüler in seinem Freundeskreis. Sie waren Zyniker und Lästerer – ein Umgang mit Intelligenz, der mich immer abgeschreckt hat. Er war nicht so einer. Er knickte nicht ein vor all den schlauen Formulierungen und herablassenden Kommentaren, der er bekam, wenn er mal wieder anderer Meinung war. Das machte seine Worte für mich einmal mehr glaubwürdiger, wahrhaftiger. Ohne sich einengen zu lassen, blieb er bei dem, wer er war, was er dachte. Ich konnte das nie so gut. Meine große Klappe kannte zwar jeder, aber innerlich war ich wohl nie so standfest, wie viele erwarteten – vor allem nicht gegenüber Menschen, die ich als intelligenter als mich einstufte.

Als ich irgendwann erfuhr, dass der Denkerlehrling sang, wurde er in meinem Kopf ein Künstler. Vielleicht nicht nur ein Sänger, sondern auch ein Poet. Poet – das passte zu ihm. Es war nur eine Assoziation, aber ich blieb dabei. Irgendwohin musste das alles ja, was er mit seinen aufmerksamen, braunen Augen ständig aufzunehmen schien. Es wirkte auf mich, als würden all diese Eindrücke in seinem Kopf noch lange weiterarbeiten – ein Denker. Ich mochte, dass er sich nicht für sich, sein Singen oder seine Gedanken schämte. Ich schämte mich für alles mögliche an mir, ob es meine Hobbies oder Ansichten oder Witze waren. Er war so viel und konnte so viel, was ich auch wollte, und die Selbstverständlichkeit, mit der er das alles war und tat, zog mich an.

Manchmal musste ich auch über ihn lachen. Es kam vor, dass er auf irgendeiner kleinen, merkwürdigen Eigenheit beharrte oder eine Meinung vertrat, die mir völlig abwegig vorkam. Manchmal beschäftigte er sich mit Themen, die mir in einer Lebenszeit nicht relevant erscheinen könnten. Aber er tat all das mit so schlafwandlerischer Sicherheit und Freude am Leben, dass ich auch das an ihm nur gern haben konnte.

Die Art, wie er unserem Deutschlehrer, dem weisen, alten Denker, zuhörte, brachte mich dazu, ihn Denkerlehrling zu taufen – seine Aufmerksamkeit, sein aufrechtes Sitzen, sein überlegtes Fragen. Er bewunderte diesen Lehrer. Ich auch. Wir liebten es, wie er uns zum Denken anregte, wie er sich und uns für Literatur begeisterte und wie er uns von seiner gestandenen Weisheit weitergab. Ich liebte an seinem Unterricht außerdem, dass ich in die Gedankenwelten der anderen Schüler sehen konnte – insbesondere in die des Denkerlehrlings. Aus sicherem Abstand konnte ich beobachten.

Vielleicht habe ich nie Anstalten gemacht, ihn wirklich besser kennen zu lernen, weil ich mir so plump vorkam. Er redete nicht so viel dummes Zeug wie ich, riss seinen Mund nicht so weit auf, blieb klarer und aufrichtiger bei sich. Bei ihm hatte ich immer das Gefühl, dass da viel Tiefe ist. Eigentlich wollte ich diese Tiefe kennen lernen. Aber ich war mir peinlich, und auch meine Hochachtung ihm gegenüber war mir peinlich, und ich wollte ihm auf keinen Fall hinterherlaufen oder bedürftig und anhänglich wirken. Also verschwieg ich meine Gedanken, tarnte meinen Respekt als irgendetwas zwischen Gleichgültigkeit und Albernheit, vielleicht sogar Sarkasmus, und blieb bei dem Abstand.

Jetzt ist der Denkerlehrling weg, denn die Schule ist vorbei. Ich kenne ihn zu wenig, um ihn zu vermissen. Vielleicht gerade so gestreift habe ich seine Welt. Ich bereue, nie den Mut aufgebracht zu haben, ihm meine Fragen zu stellen und nach seinen Geschichten zu fragen. Vielleicht hätte er mich eingelassen in seine Welt und mir Einblick gewährt in seine Tiefe. Vielleicht hätte ich von seiner Aufrichtigkeit lernen können. Vielleicht hätte er mich als nicht so plump empfunden wie ich mich selbst. Vielleicht hätten wir unsere Gedanken und Worte zelebrieren können und so etwas sein können wie – Freunde.

Doch nur beobachtet habe ich ihn, heimlich, aus einem großzügigen Abstand, den es gab, weil weder er noch ich je Anstalten gemacht haben, ihn zu überwinden. Vielleicht gerade so gestreift hat er meine Welt, und doch hat er einen Eindruck, einen Einfluss in meiner Welt hinterlassen, den er wohl nie beabsichtigt hat und nie erahnen wird. Der Denkerlehrling.

Epilog

Das Verrückte ist, dass er eigentlich gar nicht weg ist. Eigentlich haben wir die beinahe letzte Gelegenheit genutzt, bei der wir uns hätten treffen können, und er hat mir Texte von sich gezeigt. Er ist tatsächlich ein Poet, und was für einer. Einer von der Sorte, bei denen jedes Wort bedeutsam erscheint. Ganz vielleicht besuche ich Denkerlehrling und Freunde mal in ihrer WG. Und dann passiert vielleicht gar nichts. Oder ganz viel. Wer weiß das schon.

Eine entdramatisierte Liebeserklärung

Eine Antwort auf die melodramatischen Liebesfilme und Liebeslieder und Liebesromane und Liebessonstwasse der Popkultur.

Weißt du, ich glaube, ich brauche dich nicht. Nicht in dem Sinne, dass ich abhängig von dir bin. Wenn du dich jetzt auf der Stelle umdrehen und gehen und mich nie wieder sehen wollen würdest, wäre ich wahrscheinlich ziemlich traurig, enttäuscht, vielleicht auch wütend. Ich müsste vermutlich ein paar Tage (oder auch Wochen) damit zubringen, meinen Selbstwert wieder aus dem Keller zu zerren, aber auch das würde ich überleben. Ja, ich glaube, ich könnte danach sogar ein ganz wunderbares Leben haben. Ich würde andere Männer kennen lernen und vielleicht einen fürs Leben, der nicht du bist.

Und nein, du bist nicht der eine fehlende Teil von mir auf dieser Welt, der mich erst zu einem ganzen Menschen macht. You don’t complete me. Auch als Single zähle ich schon voll, bin ich schon ganz. Ich verspreche mir von dir kein ewiges Glück. Wie unmenschlich, diese Erwartungshaltung an jemanden anzusetzen. Du wirst nicht alles ausfüllen, was in mir manchmal einsam und leer ist, auch wenn sich das vielleicht ein paar verliebte Monate lang so anfühlt. Genauso wenig werde ich es schaffen, dein Leben dauerhaft bunt und leicht zu machen. Das kann ich nicht. Ich bin ja einfach nur ich.

Es ist etwas ganz anderes, von dem ich reden möchte. Nicht das brauchen, verzehren, vervollständigen.

Ich rede davon, dass ich dich liebe.

Ich liebe das Spiel deiner Mimik. Ehrlich, darin kann ich mich verlieren. Vor allem dein Lachen mag ich. Du lachst so gerne, und ich liebe das. Auch, worüber du alles lachen kannst. Das ist wie eine neue Welt, die ich so vorher noch nicht kannte. Und ich lasse sie mir gerne von dir zeigen. Komisch, so etwas über einen Mann zu sagen, aber du bist so … schön. Man, sehen manche Männer verboten gut aus, und du ganz besonders. Wie soll man sich denn da normal benehmen?

Ap­ro­pos normal: Normal bist du sicher nicht. Du faszinierst mich. Du faszinierst mich, weil du so anders bist als ich und doch wieder so ähnlich. Mit dir zu reden, bei dir zu sein, das ist einfach alles andere als langweilig. Ich könnte dir Stunden zuhören, Stunden und Tage, und wenn ich ehrlich bin, würde ich das auch gerne mal machen. So dauerhaft, meine ich. Jeden Tag. Ich wünsche mir, Tag für Tag die Frau an deiner Seite zu sein. Die eine, die du wunderschön und bezaubernd und die deine nennst. Die eine, mit der du auf Abenteuerreisen gehst. Die treu zu dir steht. Mit dir kann ich so viel Spaß haben, und ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn das an Regelmäßigkeit zunimmt.

Auch so Berührungen. Immer nur Zufall und Hallo-Tschüss-Umarmungen – ich finde, das hat Ausbaupotential. Viel Ausbaupotential. Es reicht schon, dass man in Bildergalerien die Schönheit nicht berühren darf, da will ich das doch wenigstens bei dir dürfen. „Wenigstens“ ist gut. Das wäre etwas unfassbar Großes für mich.

Du darfst mich übrigens auch häufiger mal ansehen. So ganz direkt. Ich mag das echt gern, wenn dein Blick auf mir ruht. Ich liebe das, wer ich in deinen Augen bin. Genau die will ich sein. Weißt du, dein Leben und mein Leben, das könnte ruhig ein kleines bisschen mehr unser Leben werden. Ein kleines bisschen viel mehr. Du bist so wundervoll. Mehr von dir bei mir, das wäre ein Traum. Und andersrum wäre es ein Grund für eine unvergleichliche Party in meinem Herzen, wenn du dir auch mehr von mir bei dir wünschst.

Weißt du, das ist das, wovon ich rede. Von dir. Ich liebe dich.

Sofern diesbezüglich eine Grundlage der Gegenseitigkeit vorliegt – wäre es für dich denkbar, da einige weiterführende Vereinbarungen zu engerem Zusammenleben zu treffen? Ja?

Man, ich liebe dich, ich liebe dich, Junge. Nein, ich brauche dich nicht. Nein, du wärst nicht meine Erfüllung oder mein ewiges Glück. Doch, ich würde schon über dich hinweg kommen. Und trotzdem. Trotzdem wäre das einfach schön, so mit dir. Ich will das.

Du auch?

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Disclaimer an meine Freunde aus echt: Diesen Text veröffentliche ich ohne konkreten Adressaten. Fühl dich also bloß nicht aus Versehen angesprochen. Nur, dass das hier keine merkwürdigen Situationen ergibt. Will doch keiner.