Ich vereine mich.

Ich will ich sein, einfach so ich sein.

Ich bin zu Hause eine andere Person als in der Schule und in der Schule anders als in der Kirche und in der Kirche anders als auf dem Sommerlager und auf dem Sommerlager anders als bei meiner Verwandtschaft und bei meiner Verwandtschaft anders als zu Hause – und ich kann kaum was dagegen tun. Es ist verwirrend.

Werde eins, Sina. Das bist du schon so viel mehr als früher. Weißt du noch? Damals hast du dich wie ein Chamäleon der Umgebung angepasst. Überall gab es eine andere Ausgabe von dir. Du hast das alles nicht zusammen gekriegt, geht ja auch gar nicht. Du bist schon weit gekommen. Es bringt dich nicht mehr durcheinander, Menschen von einem Ort an einem anderen zu begegnen. Aber so richtig eins bist du immer noch nicht. Bei jeder Person verbirgst du andere Seiten.

Ich vereine mich. Ich sammle die Stücke von mir auf, überall da, wo ich sie verteilt habe, und setzte sie zusammen. Es passt nicht, es ist widersprüchlich, wie bin ich wirklich? – und das ist meine Herausforderung.

So zu leben, dass es passt. Konsequent ein Weg. Einmal ich, nur eine Ausgabe von mir. Immer dieselbe. Überall.

Ganz ich.