Frei sein

(Ein Text vom 8. Januar 2013)

Mir geht dieses eine Lied durch den Kopf, Stardust von Lena: „No one can catch us, nothing can change this …“ Ich mag es. Es ist Freundschaft und frei sein.

Frei sein.

Das, was nicht ist. Frei sein, das heißt: Glücklich, unbeschwert. Zusammen.

Frei sein, das ist so eine Sache, die alle versprechen, weil es keiner halten kann. Wenn es viele Rezepte für etwas gibt, ist das ein Indiz dafür, das keins so richtig überzeugend ist. Alle wollen es, alle kennen es; keiner, der es ganz hat, ganz kann.

Frei sein, das ist wie eine Blume in einem Blumentopf, die gegossen und gepflegt werden will. Sie ist nicht einfach so, bleibt nicht einfach so. Und sie hat ihre Grenzen. Irgendwie. Paradoxerweise.

Die Frage ist ja eigentlich, ob es das wert ist. Was man dafür tun muss und was man davon hat. Das Verhältnis davon.

Das tun-müssen ist ja die Frage. Lauter Versprechen, lauter Anleitungen, um es zu bekommen. Das Glück, die Freiheit, das volle Leben. Und wir fallen darauf rein, wieder, wieder, wieder und immer, immer wieder. Weil die Sehnsucht danach so groß ist. Weil es weiter gehen soll, was wir kurz erleben. Dass unendlich wird, was nur ein paar Momente sind. Wir folgen irgendwelchen Anleitungen, Regeln oder gerade den Nicht-Regeln. Und, weil das schöner ist, sagen wir uns danach gerne: Es ist jetzt besser. Naja. Es ist jetzt zumindest nicht viel schlimmer …

Und was man davon hat? Naja, halt das Glück und so. Nicht. Oder doch? Irgendwie ziemlich viele Reinfälle und sinnlose Aktionen. Frust.

Doch dann kommt der Moment, wo es egal ist. Alles. Ob ich glücklich bin oder nicht. Ob ich frei bin oder nicht. Ob ich unbeschwert bin oder nicht. Wo das alles keine Rolle spielt.

Der Moment, indem alles egal wird und nur noch eins zählt – da bin ich glücklich.

Und kaum versuche ich es festzuhalten, wird es zu wichtig, zu utopisch, und löst sich in Luft auf. Es lässt sich nicht ins Fadenkreuz nehmen. Der Fokus Freiheit ist ein Fokus ins Nichts. Seinen Kompass danach zu stellen, führt in die Irre. Dein Norden liegt woanders …

Glück, Freiheit – was für ein Schlamassel.

Nicht füttern!

Also mein Hirn meine ich. Das explodiert sonst.

Da ist so viel drin: Vorhaben und Ideen, Gedankenspiele und Geschichten, Termine und Aufgaben, anfallende Entscheidungen und Fragen. Viele Sachen, bei denen ich noch gar nicht die Zeit gefunden habe, sie zu reflektieren und zu verarbeiten. Viele Dinge, die ich mir merken und an die ich denken will.

Alles ist irgendwie in einer Zwischenablage gelandet, in der alles landet, was noch nicht abgeschlossen ist. Und die ist jetzt einfach voll. Sie ist so voll, dass da einfach nichts mehr rein passt. Pech. Arbeitsspeicher voll. CPU-Auslastung 100%.

Und es lähmt mich. Irgendwie mache ich gar nichts mehr, weil ich mich nicht konzentrieren kann. Eigentlich ist das nicht schlimm. Ich kann es mir leisten, alles liegen zu lassen. Das Problem ist nur, dass ich das eigentlich gar nicht will. Ich hab was gegen Unproduktivität.

Ich will was machen, und gleichzeitig auch nicht. Ich will schlafen und gleichzeitig auch nicht. Ich fühl mich erschöpft und gleichzeitig aktiv, und ich glaube einfach, dass mein Hirn zu beschäftigt ist, um logisch zu sein.

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Oh-o. Jetzt hatte es nen Kurzschluss. Ich habs befürchtet.

Trailer für mein Leben 3

Eine Skizze aus meinem Collegeblock

Eine Skizze aus meinem Collegeblock – ganz anders, als ich sonst zeichne

Das ist das, was ich in meinem Leben machen möchte. Na, was ist es? :-)

Diese schnelle Zeichnung ist in ein paar Minuten im Unterricht entstanden, und als sie fertig war, hab ich sie ein bisschen verwundert angeguckt. Tja.

(Die Qualität (kommt übrigens von Qual) tut mir leid. Wir haben keinen Scanner (bzw. wir haben schon einen, aber der streikt bei Windows 7 und wir haben keinen XP-PC mehr), also musste ich abfotografieren, und das ist immer irgendwie doof, gerade bei Bleistiftzeichnungen. Ich habe versucht, mit Gimp rauszuholen, was rauszuholen war. Wenn ihr aufs Bild klickt, wirds größer und schärfer.)


Trailer 2
Trailer 1

Trailer für mein Leben 2

Wann fahren wir wieder nach Hause?

von mir, als ich zwei bis drei Jahre alt war.

Ich bin in meinem Leben schon ein paar Mal umgezogen, das erste Mal kurz bevor ich drei Jahre alt wurde. Irgendwie habe ich damals den Sinn vom Umziehen noch nicht so ganz verstanden, und so habe ich diese Frage in den ersten Wochen und Monaten immer und immer wieder gestellt. Mein großer Bruder hat mich ausgelacht und Mama musste mir immer wieder sagen: „Wir fahren nicht mehr zurück. Unser Zuhause ist jetzt hier.“ Und dann habe ich protestiert und geheult. Naja.

Warum nenne ich das jetzt einen Trailer für mein Leben?

Dieses Nach-Hause-Wollen, dieses Suchen nach einem Ort, der vertraut und geborgen ist, war schon immer wichtig bei mir. Meine frühste Erinnerung ist, wie ich geborgen in einem Gitterbett liege und Mama beim Bügeln zusehe – eine Zuhause-Erinnerung. Ich habe manchmal geweint, wenn wir in einem Ferienhaus angekommen sind und es nicht schön eingerichtet war und sich nicht nach Zuhause angefühlt hat. Und manchmal muss ich ein bisschen seufzen, weil sich mein aktuelles Zuhause nicht so ein Zuhause ist, wie ich es mögen könnte.

Ich glaube, diese Frage, die ich damals so oft gestellt habe, wird mich mein Leben lang in der einen oder anderen Form begleiten – und leiten.


Trailer 1

Trailer für mein Leben 1

It’s gonna be wild!
It’s gonna be great.
It’s gonna be full of me.

Aus „Come away“ von Jesus Culture.

Schon seit ich dieses Lied das erste Mal gehört habe – das wird wohl vor so zwei bis zweieinhalb Jahren in meiner wundervollen Kirche gewesen sein – habe ich das Gefühl, dass das eine Art Vorschau auf mein Leben ist; dass diese Zeilen genau das beschreiben, was mich erwarten wird. Dieser Gedanke kam einfach so und seitdem muss ich immer wieder daran denken. „Me“ ist hier Gott. Es ist, als würde er zu mir sagen: „Es wird wild! Und großartig. Und ich bin voll dabei.“

Also dann – Ich freu mich drauf! :-)

Schul-Metamorphose

Oh Sina, was ist nur mit dir passiert?

Wann hast du dir diese Egal-Mentalität zugelegt? Wann war dieser Moment, seitdem du bei den meisten Fächern vor Klausuren nur noch die Achseln zuckst? Seitdem es dich nicht mal mehr stört, dass du keine Hausaufgaben machst? Seitdem du Klausuren manchmal unfertig abgibst, weil du schlicht keine Lust mehr hast?

Sina, ich find das doof. Ich habe mich immer auf diese letzte Panik am Abend vor der Klausur verlassen, weil ich dann noch schnell gelernt habe und so alles wusste, was nötig war. Mehr musste ich eh nie lernen. Aber jetzt fehlt diese Panik! Was soll ich denn ohne die machen? Du bist so unzuverlässig!

Und morgen schreib ich auch ne Klausur, weißt du. Und dich interessiert das nicht mal. Du erinnerst mich nicht daran. Du findest es nicht wichtig. Es ist dir egal. Es gibt wichtigere Sachen im Leben, behauptest du.

Wobei – eigentlich hast du Recht. Es gibt wirklich viel wichtigere Sachen. Die Zeit ist ja wirklich zu schade zum Lernen …

Hallo Leben!

Dinge, die mich verwirren

1. Dass 95% der frei herumlaufenden Omis beige trägt. Gibt es irgendwo ein Gesetz, das vorschreibt, dass alte Damen nur noch beige tragen dürfen, damit sie noch grauer aussehen? Kriegt man dann einen Brief oder was? „Hallo Frau Maier, Sie sind jetzt 67, gehen damit in Rente und dürfen ab sofort nur noch beige tragen, mein Beileid. Und wenn Sies nicht tun, kommt die Sittenpolizei.“ Habt ihr mal drauf geachtet? Das fängt bei den Schuhen an und hört bei der Handtasche auf. Bitte, bitte lasst mich andere Farben tragen, wenn ich mal alt bin!

2. Dass in Büchern bei Umarmungen und Küssen oft das Wort „pressen“ benutzt wird. Sie presste ihre Lippen gegen seine, oder so ähnlich. Nein! Pressen erinnert mich eher an eine Schrottpresse oder Druckerpresse, an einen gewissen Vorgang auf der Toilette oder an das Blätter- und Blütenpressen, bei dem man den 27-bändigen Brockhaus auf gepflückte Pflanzenteile stapelt. Dieses Wort passt doch überhaupt nicht zu Dingen wie Küssen und Umarmungen! Oder?

3. Folgender Werbetext, der bei uns in der Stadt auf einem Plakat steht: „Wenn Liebe durch den Magen geht, ist das hier Sex.“ Darunter sind Tortellini abgebildet. Ich weiß nicht, aber ich komme einfach nicht dahinter. Mit „das hier“ sind offensichtlich die Tortellini gemeint. Wenn die Tortellini durch den Magen gehen, werden sie an einer bestimmten Stelle wieder ausgeschieden, und das hat dann nichts mit Sex zu tun, obwohl das in der Nähe stattfindet. Alternativ werden die Tortellini als Polster und Vorratslager vom Körper angelagert, und obwohl die Franzosen das beschönigend „poignée d’amour“ nennen, besteht auch hier kein Zusammenhang zu gewissen Liebesakten. Wirklich.

4. Wenn in der Zeitung, selbst in seriösen Ausgaben, Schlagzeilen stehen wie „Zwei Deutsche bei Flugzeugabsturz in Ägypten gestorben“ und in der Unterüberschrift steht, dass es insgesamt 200 Tote gab. Meine Güte, sind wir echt so arm dran, dass die Nationalität eines Toten das Gewicht des Todes ausmacht? Es ist ja schon peinlich, einen Flugzeugabsturz überhaupt auf die Titelseite zu setzen, aber wenn, dann doch bitte richtig. (Ja, ich finde so etwas unwichtig. Wenn du in zehn Jahren auf das Jahr 2013 zurück schauen wirst, werden ganz andere Dinge aus den Nachrichten wichtig sein.) Diese ganze Aussage klingt so, als würden die Journalisten da sitzen und denken: „Oh, Flugzeugabsturz in Ägypten, mhm. Deutsche dabei? Nee? Ach, dann ists ja voll egal … Oh, doch?! WAH!!! Schlimmste Sache EWWAAA!!!11!111“

5. Dass unter genau dem selben uralten Artikel in regelmäßigen Abständen englischer Spam auftaucht. Warum immer dieser Artikel? Warum immer auf Englisch? Ist der auf irgendeiner englischen „Wir zeigen euch, wo ihr hinspammen könnt“-Seite verlinkt oder wie oder was?

Was verwirrt euch?

Liebe Grüße,
Eure verwirrte Sina