Ein paar Worte schlichte Wahrheit.

Ich weiß nicht mehr, worum es da genau ging – Abtreibung? Oder Gender? Jedenfalls sagte mein Sowi-Lehrer folgendes:

Es [das Thema] wird wissenschaftlich breitgetreten und es wird sich auf die Sachebene und das absolut rational Nachweisbare konzentriert. Sobald man aber eine innere Barriere verspürt, kann man sich nur noch aus der Diskussion heraushalten, wenn man nicht von Schwarz-Weiß-Denkern … entsprechend eingeordnet werden möchte.
Das ist dieser Toleranz-Mainstream.

Ja.
Dem wäre dann wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Vertrauen. Weitergehen.

(In meinem Collegeblog gefunden. Muss schon mindestens nen halbes Jahr alt sein.)

Seit Jahren.

Irgendwie vertrauen. Zu irgendetwas wird es gut sein, muss es gut sein. Es wird schon irgendein Ergebnis haben, irgendwohin führen. Muss es. Ich weiß nicht wie, aber auf irgendeine Weise muss es mir zum Guten dienen. Versuchen, zu vertrauen.

Irgendwie weitergehen. Ein Schritt nach dem anderen, nur einen auf einmal, immer nur die Kraft für den nächsten einen Schritt. Irgendwie weiter, ich muss weiter. Kann das Tempo nicht anpassen, darf nicht stehen bleiben, es gibt keine Abkürzungen. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll, aber

vertrauen. weitergehen.

Die Prinzessin am Schulfenster

Meine große Schwester stand vor dem Deutsch-LK am Fenster und sah hinunter auf den Haupteingang der Schule und auf die Straße, die vorbeigehenden Leute, die Autos. Sie war müde und kaputt und hatte keine Lust.

Der junge Mann, der vorbei kam und beim gedankenverlorenen Umhersehen ihr unglückliches, aber dennoch schönes Gesicht hinter dem Fenster entdeckte, wurde sofort die Märchen erinnert, in denen jemand eine Prinzessin in eine Burg sperrt, und sie war die Prinzessin, und er war der Prinz. Ich hol sie da raus, beschloss er also und ging energisch auf den Haupteingang zu.

Meine Schwester sah ihm zu, war wie betäubt von seinem intensiven Blick, und ihr Herz begann zu lächeln.

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So.
Wer sich jetzt ganz wohlig fühlt, sollte nicht weiterlesen. Wem das zu kitschig war, nur zu.

Alternatives Ende 1
Doch der junge Mann wusste, dass er ihr nicht würde helfen können. Es war kein echtes Märchen. Also ging er weiter und vergaß sie sofort wieder.
Meine Schwester ging in den Deutsch-LK und analysierte Kafka.

Alternatives Ende 2
Wie gebannt starrten sie einander an. Die Zeit schien still zu stehen. Tat sie dann auch wirklich. Die Zeit ging einfach nicht mehr weiter, und deswegen die Geschichte auch nicht, weil ab da bis in alle Ewigkeit nichts mehr passierte.

Alternatives Ende 3
Als sich ihre Blicke trafen, wussten beide, was sie tun würden. Sie rannten los, trafen sich auf halber Strecke im Treppenhaus, küssten sich, heirateten, hatten viele Kinder und waren glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Alternatives Ende 4
Sie musterte ihn kritisch. Was glotzte der so? Sie machte das Fenster auf. „Ey, verpiss dich, du Hurensohn!“ „Alta, ich fick deine Mudda, du Bitch!“ (Geheiratet haben sie übrigens trotzdem.)

Alternatives Ende 5
Zombie-Apokalypse.

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Mehr meine große Schwester

Eine Klebeband-Pflanze und Wie Menschen wachsen

Nein, der schwarze Streifen da unten war nicht ich. Der war da vorher schon.

Nein, der schwarze Streifen da unten ist nicht von mir. Der war da vorher schon.

Bei einem Kreativprojekt vor ein paar Tagen habe ich diese Pflanze geschaffen. Sie besteht auf Tape und klebt an einer weißen Wand. Irgendwann wird die Pflanze ein Baum sein.

Wachstum ist ein bisschen so ein Lebensthema von mir, glaube ich. Es ist mir total wichtig, selbst zu wachsen, und ich liebe es, andere Menschen zu Wachstum herauszufordern.

Das Bild eines Baumes für das Wachstum eines Menschen ist so faszinierend und erlaubt so viele Parallelen.

Worin schlägst du deine Wurzeln? Was sind die Nährstoffe, die du aufnimmst? Sei weise, denn du bestehst zu großen Teilen aus dem, was zu aufnimmst, sei es auf materielle oder immaterielle Sicht. Sind deine Wurzeln tief genug, um Widerstand und Widrigkeiten standzuhalten oder bist du leicht zu erschüttern und zu manipulieren? Wächst du an einem Fluss mit gutem Wasser oder eher in der Wüste? Und bringst du gute Frucht, bewirkst du etwas? Oder anders gesagt: „Multiplizierst“ du dich? Ich meine jetzt nicht nur in Bezug auf Nachkommen, sondern auch in Bezug auf die Auswirkungen deines Handelns und deiner Worte und auf die Weitergabe deiner Gaben und Kenntnisse. Das, was du hervorbringst und tust (die Blätter), gibt es dir Kraft (durch Photosynthese)? Sei weise, denn es fällt auf dich zurück: Die Blätter, die welken und zu Boden fallen, sind der Boden, auf dem du wächst, sind die Nährstoffe, die du aufnimmst. Und dein Stamm: Ist er stabil? Hält er alles in gutem Gleichgewicht, das Innerliche und das Äußerliche, dich selbst und was du tust, die Wurzeln und die Baumkrone? Hält er alles zusammen und geht es dir eher so, dass zwischen deinen Wurzeln und deiner Baumkrone die Verbindung fehlt? Zu viel Blätter auf zu wenig Wurzeln ist zerstörerisch, und zu viel Wurzeln auf zu wenig Baumkrone ist der reine Frust.

Oder anders: Die kleine Pflanze braucht Schutz, guten Boden, Licht und die richtige Menge Wasser, um zu wachsen. Ohne geht es nicht. Hat sie das nicht, wird sie entweder krüppelig oder geht ganz ein. Bekommt sie jedoch, was sie braucht, kann sie zu einem mächtigen Baum heranwachsen. Doch auch der ist nicht unverwundbar. Kriegt er nicht mehr genug Wasser und schlägt er seine Wurzeln nicht tief und stabil genug, ist ein machtvoll erscheinender Baum schnell mal vorüber, mehr eine heuchlerische Erscheinung als eine erhabene Macht. Und gefällt werden kann er sowieso immer.

Oder noch anders: Was ist deine Art, zu wachsen? Man kann keine wachsende Eiche dazu zwingen, eine Buche zu werden. Sie wird sterben, wenn man es versucht. Auch wenn kleine Sprösslinge irgendwie alle gleich aussehen (Laie, ich weiß), sind sie später doch total unterschiedlich und von ganz vielfältiger Relevanz. Und bist du eine Eberesche, macht es kein Sinn, eine Trauerweide werden zu wollen. Wenn du eine Rotbuche bist, versuche nicht, Mangos hervorzubringen. Jeder Baum hat seine ganz eigene Berechtigung und jeder Vergleich ist rational gesehen völliger Unsinn. Und jeder hat auch so sein ganz eigenes Umfeld, indem er aufgeht. Jeder Versuch, einer Baumart das Umfeld einer ganz anderen Art aufzuzwingen, ist vertane Zeit, vertane Arbeit und vertanes Potential.

Ihr seht schon, dieses Bild eines Baumes hat mich ziemlich begeistert. Aber hey – warum sagt man sonst: Ein Mann wie ein Baum? Ein reifer Mensch ist stabil wie ein Baum, bietet Schutz wie ein Baum, er bringt gute Früchte hervor und er ist einfach ein schöner Anblick.

Wenn ich groß bin, will ich genau so werden.

Der Meister spricht ein Wort zu Kinderbüchern.

Kein Buch ist es wert, von Kindern gelesen zu werden, wenn es nicht auch von Erwachsenen gelesen werden kann.

C.S. Lewis

Als ich dieses Zitat gelesen habe, musste ich innerlich tanzen und singen und schreien, ungefähr das ganze Universum umarmen und fast hätte ich auch noch eine neue Religion gegründet, aber dann doch nicht, weil das wohl nicht im Sinne des Verfassers gewesen wäre.

Lieber C.S. Lewis, es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich ein weiteres Mal tief vor dir zu verneigen und dir meinen größten Dank für all die Spuren auszudrücken, die du in dieser Welt hinterlassen hast. Danke, Meister. Danke.

Was willst du?

Was willst du, Sina?, fragst du mich. Was willst du machen?

Ich will Menschen helfen, zu wachsen. Ich will etwas in Menschen bewegen. Ich will Fortschritte, Veränderungen sehen. Ich will Menschen herausfordern. Ich will sie konfrontieren mit sich selbst und mit der Wahrheit. Mein Wunsch ist es, dass Menschen wachsen und weiterkommen, nicht stehenbleiben, Dinge entdecken und verstehen, dass ihr Denken weiter wird, ihre Herzen liebender, ihre Seelen freier und klarer.

Ich will Freiheit bringen. Ich will Menschen Freiheit bringen, die getrieben sind von ihrer Sehnsucht nach Annahme und Sinn, die gefangen sind in ihrer Vergangenheit, in den Erwartungen anderer oder in ihren Fehlern. Ich will Menschen Freiheit bringen, deren Zuhause man wohl kaum ein solches nennen kann, die unter anderen leiden und langsam einen lebendigen Tod sterben.

Ich will lieben. Ich will dienen. Ich will das Wesen anderer Menschen nicht mit Härte beurteilen, sondern in Liebe annehmen. Ich will ihre Gedanken, Gefühle und Themen in Liebe betten und ihnen die Füße waschen. Ich will ihnen den Vater zeigen.

Ich will die Wahrheit Gottes aussprechen, ausleben, weitergeben. Nichts ist so gut wie er, nichts ist vergleichbar mit seiner Nähe. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott als durch Jesus und seinen Tod. Es ist keine Botschaft von „du sollst“ und „du musst“, sondern eine Botschaft der Liebe und Freiheit, und ich will sie hinaustragen und das Feuer in meinem Herzen weitergeben.

Ich will kämpfen. Ich werde kämpfen. Für das alles, für Liebe, für Leben, für Wahrheit. Ich bin dazu ausgewählt, eine Kriegerin, eine Anführerin zu sein. Selbst mein Name bedeutet Kriegerin. Trotzkopf, Sturheit, Durchsetzungsvermögen, Leiterschaft, immer willst du der Bestimmer sein – es gibt viele Facetten davon.

Das will ich. Das will ich machen.

Das werde ich machen.