Jubiläum – 3 Jahre bloggen!

… wow. Vor genau drei Jahren ist mein Blogger-Ich geboren. Für mich irgendwie ein krasser Gedanke. Ich will euch mit rein nehmen in das, was so war, und euch Danke sagen.

Ein Rückblick

Eulenblicke in die WeltAm 26. Oktober 2010 fing alles an, damals noch unter dem Namen eulenauge. Ich war 12 Jahre alt, achte Klasse, kannte meine Kirche noch nicht und verbrachte viel Zeit im Internet. Dort lernte ich in einem Jugendforum einige Blogger kennen – und wollte auch. Im Prinzip bloggte ich ähnlich wie heute – nur irgendwie noch sehr viel kindlicher. Den Blog gibts inzwischen nicht mehr. Wenn man die URL eingibt, steht da nur „eulenauge.wordpress.com is no longer available. The authors have deleted this site.“ Ich war es leid zu schreiben, ohne dass es meine Freunde wussten, hatte aber auch keine Lust auf komische Erklärungen. Außerdem wollte ich einige unangenehme Leser loswerden. Der einfachste Weg, um das beides zu erreichen, war für mich schlicht das Löschen des alten und das Erstellen eines neuen Blogs.

LockenmagdAlso folgte am 19. Dezember 2011, mehr als ein Jahr nach Gründung von eulenauge, mein zweiter Blog, indem ich mich allerhöchstpeinlicher-weise „Lockenmagd“ nannte. Naja, ich steh dazu. ;-) Einige Freunde in der Schule kannten ihn und das Bloggen wurde irgendwie realer. Erstmal schrumpfte der Blog – ich hatte fast alle Leser durch meinen unangekündigten und nicht nachvollziehbaren Umzug verloren – doch ich hatte tollere Leser, die tolle Kommentare schrieben und mit denen es einfach mehr Spaß machte, und langsam wuchs der Blog auch wieder. Allerdings ging mir ziemlich schnell der Name auf den Keks, bis ich es irgendwann einfach nicht mehr aushielt und mitsamt Blogartikeln, Kommentaren und Lesern hierhin umzog. Der alte Blog blieb diesmal existent. Ihr könnt ihn euch hier (mit neuerem Titelbild als das oben) anschauen.

cropped-header-v12.jpgDiese Seite hier startete ich am 4. Dezember 2012 unter meinem Spitznamen Sina, in der Hoffnung, dass mich der nie nerven wird. Ob das „Schachmatt und so“ wirklich Dauerzustand bleibt, weiß ich noch nicht. Jedenfalls bloggte ich hier einfach weiter wie bisher, bis ich mich im Frühling entschied, dass mir das immer noch zu viel Doppelleben war. Ich zeigte meinen Blog erst meiner Kirche, welche einen großen Teil meines Freundeskreises ausmacht, und dann meiner Familie. Der Blog ist ein jetzt normaler und bekannter Bestandteil meines Lebens. Heute bin ich 15 Jahre alt, in der 11. Klasse und ganz sicher ein anderer Mensch als zu Beginn meiner Blogger-„Karriere“.

Eine Zusammenfassung

Insgesamt habe ich bis jetzt in allen drei Blogs zusammen 320 Artikel geschrieben, 470 richtige Kommentare und fast 700 Spam-Kommentare bekommen. Für die totale Anzahl an Klicks fehlt mir die Zahl des ersten Blogs, aber seit Lockenmagd sind es 7250. Maximaler Klicks/Tag-Wert sind 346 Klicks am 12. August 2013 – Danke, Rudi, fürs Verlinken. Beitrag mit den meisten Kommentaren ist mein Gästebuch und Beitrag mit den meisten Klicks ist nach der Seite „Über Sina“ der Artikel „da tun sich Abgründe auf.“ – Danke, hochsensibel.org, für die Aufnahme in die Linkliste. Ich habe 28 „Follower“ über WordPress, 4 über E-Mail und einen nicht wirklich zählbaren Haufen sonstiger Leser, von dem ich keine Ahnung habe, wer das eigentlich ist.

Ein Danke

Ich möchte euch Danke sagen. Ich meine – Schreiben würde ich so oder so, aber mit euch macht es einfach viel mehr Spaß. Ganz besonderes Danke an alle, die auch kommentieren, und hier noch mal ganz speziell an meine Freundin Smilla, die mit Abstand am fleißigsten Rückmeldungen austeilt. Ich finde es schön, dass ich mit meinen Texten einen klitzekleinen Platz bei euch haben darf. DANKE!!!

Und ein Weiter-gehts

Schreibt doch mal in die Kommentare, wer ihr so seid und gebt mir vielleicht auch eine kleine Rückmeldung. Das würde mich echt interessieren. :-)

Also dann – auf viele weitere Jahre! Cool, dass ihr dabei seid!

Eure Sina

Darum schreibe ich

Es muss für jemanden, der keinen Schreiberling näher kennt, ganz schön komisch sein, wie viel ich schreibe. Auch, wie viel ich schreibe, ohne dass es je jemand lesen wird. Wieso macht man sowas?

Schreiben kann alles sein.

Schreiben kann Loswerden sein. Nicht mehr im Kopf haben. Was ich aufgeschrieben habe, brauche ich nicht mehr im Kopf herumwälzen. Schreiben ist dann ein Ventil.

Schreiben kann auch Klarwerden sein. Etwas zu formulieren und möglichst gut auf den Punkt zu bringen, kann einen echt weiterbringen. Plötzlich wird mir klar, wo das Problem liegt, oder wie es jetzt weitergeht. Plötzlich weiß ich über mich selber oder einen Tatbestand bescheid. Aus einem verschwommenen Milchglasblick kann ein unverstellter Adlerblick werden.

Schreiben ist immer irgendwie Reflektieren. Dinge noch einmal beleuchten. Keiner schreibt, ohne sich dabei auf irgend eine Weise auf sich selbst zu beziehen. Das geht gar nicht, denn DU schreibst ja, wie willst du DICH dann aus dem Schriftstück entfernen? Ich reflektiere von meiner Art her recht viel, und Schreiben erleichtert das.

Schreiben kann auch einfach nur Spaß machen. Manchmal grinse und lache ich beim Schreiben, amüsiere mich über die Worte und Gedanken. Ich feier dann neue Einfälle und das ganze ist eine einzige Party in meinem Kopf. (Ne, Smilla?)

Schreiben ist auch Erreichen oder Weitergeben. Ich erreiche Menschen durch mein Schreiben. Durch den Blog zum Beispiel. Ich habe auch ein Mitteilungsbedürfnis, wer hat das nicht? Es gibt Dinge, die ich weitergeben will, und ein guter Weg ist da, sie zu schreiben.

Schreiben kann Kunst sein. Manchmal schreibe ich Texte einfach runter, so wie jetzt gerade, aber manchmal suche ich auch fünf Minuten lang nach einem bestimmten Wort, um genau das auszudrücken, was ich auch meine. Ich kniffel dann an Wortkombinationen und Satzstrukturen rum, um etwas ganz bestimmtes beim Leser zu bewirken. Das ist ein Prozess, den ich aus tiefstem Herzen liebe.

Schreiben ist ein Erfolg. Einen fertigen Text vor sich liegen zu haben, hach, was für ein tolles Gefühl. Wenn man ihn nach einer Woche dann immer noch mag – noch besser. Viele Autoren mögen das Schreiben selbst nicht, aber sie lieben das Gefühl, etwas geschrieben zu haben. Manchmal ist das bei mir auch so.

Schreiben ist alles und schreiben ist nichts, und ich schreibe, weil ich lebe, Ende.

Kleine, feine Worte

Mein Bruder und ich unterhalten uns über einen Jungen, den wir vom Sommerlager kennen und mit dem ich mich sehr gut verstehe.

„Ich würde es so sagen. Er ist nicht dein Freund und das ist auch gar kein Thema bei euch, aber wenn dich ein Kerl auf dem Camp angemacht hätte, gäbe es zwei Menschen, die ihn verprügeln würden: Ich und er.“

Ich muss lachen, denn das trifft es verdammt gut.

Aber – noch mal zurückspulen. „… zwei Menschen, die ihn verprügeln würden…“ Prügeln – wegen mir. Für mich. Kämpfen. Mein Bruder.

Du weißt es nicht, aber mein Selbstwertgefühl feiert gerade eine Party.

 

Menschen gesehen

Und ich habe einen jungen Mann gesehen, in meiner Vorstellung ein Informatikstudent, der sein ferngesteuertes Modellauto in der Innenstadt zwischen den Füßen der Passanten hindurch gesteuert hat, total ausgerichtet auf das, was um ihn passiert, hoch aufmerksam für die Menschen, und doch ganz in seiner eigenen Welt.

Und ich habe einen Vater und seine Tochter gesehen, wie sie an der Ampel entlang kamen und die Tochter fragte, wie das denn sei, mit dem rot, dem gelb und dem grün, und wie der Vater mit ihr stehen blieb, ihr alles erklärte und sie zusammen beobachteten, wie die Lichter umsprangen, und wie man ihm den Stolz auf sein Mädchen ansehen konnte.

Und ich habe ein altes Ehepaar gesehen, dass auf einer Bank im Park saß und die Zeit hatte, einfach nur zu gucken und zu schweigen, ohne den Zwang, über Belanglosigkeiten zu reden, um die Stille zu füllen, sondern in der Lage dazu, Ruhe in der Stille zu finden, einträchtig beieinander, ihre Hand in seiner, wie die Erinnerung an ein altes Versprechen.

Und ich habe eine Gruppe Männer gesehen, die einfach so auf dem Bürgersteig saßen, als hätten sie sich zufällig dort getroffen, zwei Gitarren und ihre Stimmen dabei, aber keinen Hut, im Kreis, auf sich gerichtet und nicht auf die vorbeiziehenden Menschen, wie sie einfach ihre Freude an der Musik hatten, und wie sie einerseits ein totaler Fremdkörper waren in dieser Welt voller Hektik und Scham und andererseits die Situation einfach stimmig war, weil sie sie selbst waren.

Und ich habe eine Teenagerin gesehen, wie sie an der Ampel stand, gegenüber wohl jemand, auf den sie sich freute, denn sie hüpfte und drehte sich im Kreis und hatte ein wundervolles und vollkommenes Strahlen im Gesicht, wartend auf das grüne Licht, voller Vorfreude, ein Anfang, wovon auch immer, und sie war dabei und sie war lebendig.

Und ich habe mich selbst gesehen, in den Schaufensterscheiben gespiegelt, wie ich durch die Stadt ging und schaute.

So muss das.

Folgende Situation auf dem Zeltlager: Vor uns liegt eine Wanderung. Ein Mädchen hatte kaputte Beine, mit denen sie nur sehr kurze Strecken zurücklegen konnte. Also haben sich zwei Jungs einen kleinen Wagen geschnappt, haben sie da rein gesetzt und sie gezogen bzw. geschoben. Irgendwann ging der Wagen kaputt. Ab da wurde sie dann getragen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto faszinierender finde ich das.

Die Jungs waren nicht nur einfach hilfsbereit. Sie waren Männer. Sie waren stark für das Mädchen. Sie wurden gebraucht. (Ich habe mir sagen lassen, dass das für Männer sehr wichtig ist.) Endlich konnten sie mal kämpfen (in gewisser Weise), und dann auch noch für ein Mädchen, na aber hallo. Sie hatten die Gelegenheit, zu beweisen, dass sie es drauf haben, und sie haben es geschafft.

Und sie? Ihr wurde vermittelt: ‚Du bist wertvoll. Es ist für uns wichtig, dass du dabei bist. Wir setzen uns dafür ein, dass du mitkommen kannst, auch wenn das Arbeit für uns bedeutet. Weil es toll ist, dich da zu haben. Du bist es wert.‘ Ihre Anwesenheit war eine umkämpfte Sache, das wusste sie. Und sie war so weise, diesen Einsatz der Jungs für sie annehmen zu können und sich dabei einfach wertvoll, glücklich und schön zu fühlen. Das Ganze hatte eine große Bedeutung für sie. Am Ende des Lagers meinte sie, es sei eine der tollsten Sachen der Woche gewesen, da mitkommen zu können. Na, man kann sich denken, wie sich die Jungs bei den Worten gefühlt haben.

Tadaaa, alle glücklich. Win-Win-Situation. Hier ist endlich mal alles richtig gelaufen. Naja, außer dass der Wagen jetzt kaputt ist. Aber trotzdem: Nehmt euch ein Vorbild, ihr Leute alle. Ich find das toll. Solche Situationen bewahren mir den Glauben an die Menschheit.

To do before Weltuntergang in ernsthaft

Diese Listen sind ja schon seit einer Ewigkeit voll im Trend. Da stehen dann so Sachen drauf wie „Den Mount Everest besteigen“ oder „Haare knallgrün färben“ oder „In einer Metal-Band spielen“. Ich mach jetzt euch eine – aber mit Dingen, die ich wirklich mal machen will.

Ein Buch schreiben. Ich weiß zwar weder worüber noch für wen, aber ihr werdet schon sehen: Irgendwann steht mein Buch in den Regalen der Buchhandlungen. Und selbst wenn es bis dahin noch siebzig Jahre dauert. Obwohl – dann würde es ein Großteil von euch wohl nicht mehr sehen. Okay, ich beeil mich damit.

Paragleiten. Ich will kein Profi darin werden, aber ich will es unbedingt einmal gemacht haben. Ein Ehepaar aus zwei Sportfreaks, mit denen wir von ein paar Jahren eine Woche durch die Alpen gewandert sind, hat zu mir gesagt, dass sie mir das ernsthaft zutrauen und empfehlen. Ich sei da genau der Typ für. Und seitdem reizt mich dieser Sport noch mehr als eh schon.

Einmal … predigen. Ja, wirklich. Reden, etwas in den Köpfen Verschieben, Herausfordern, den Leuten etwas mitgeben. Das ist zumindest meine Utopie davon. Ich weiß nur nicht, ob ich das könnte. Aber selbst wenn nicht – ein einziges Mal will ich es trotzdem probieren.

Ich bin entschlossen, diese drei Sachen umzusetzen. Es gibt noch ein paar andere Vorhaben, bei denen ich weniger dahinter stehe, zum Beispiel Gebärdensprache lernen, einmal richtig Tauchen und einmal Flugzeug fliegen.

Was würdest du auf deine To do Liste schreiben? Was wirst du umsetzen?

um glücklich zu sein

Manchmal denke ich, ich müsste so gut aussehen wie du, um glücklich zu sein. Oder ich denke, ich müsste genauso viele, tolle, wertvolle Sachen besitzen wie du, damit ich glücklich bin. Ich glaube manchmal fast, ich müsste genauso viele, genauso gute Freunde haben wie du, genauso talentiert sein wie du, genauso reich sein wie du, genauso …

Und dann fällt mir auf, dass du auch nicht glücklicher bist als ich.
Dass ich schon glücklich bin.
Weil Glück nämlich von innen kommt.
Nur von innen.