Juhuuu, mein Blogger-Ich wird acht!

Puh, Leute. Heute vor acht Jahren habe ich mit dem Bloggen begonnen. Da war ich 12. Jetzt bin ich 20 und denke darüber nach, was mich 8 Jahre Bloggen gelehrt haben.

  1. Ich werde nie den perfekten Text schreiben.
    Wenn ich nicht Texte veröffentliche, die Mängel haben, veröffentliche ich gar nichts. Es gehört Mut und Überwindung dazu, der Welt meine unperfekten Sachen zu zeigen. Ich mache mich damit verletzlich.
  2. Ich wiederhole mich.
    So schwer es auch ist, sich das einzugestehen – mich beschäftigen nunmal immer wieder dieselben Themen. Es sind immer wieder dieselben Stimmungen, die mich sagen lassen: Jetzt will ich schreiben. Und das führt dazu, dass sich die Texte ähneln. Ich denke, das ist okay, aber mein Ideal ist eigentlich ein anderes – was wieder zu Punkt eins führt.
  3. Ich werde nie wissen, wer alles meinen Blog liest – und wer nicht.
    Besonders im echten Leben geht es mir immer wieder so. Manchmal nehmen Freunde Bezug auf meinen Blog, bei denen ich nicht erwartet hätte, dass sie den verfolgen. Und auf einmal kommt die Erkenntnis: Diese Person hat viel mehr Einblick in mein Leben, als ich bisher angenommen habe. Das fühlt sich dann meistens etwas verrückt an. Aber meistens auch schön – welch eine Ehre, dass sie sich für mein Geschreibsel interessieren!
    Andersrum gibt es auch Leute, bei denen ich aus irgendeinem Grund dachte, dass sie meinen Blog sicherlich verfolgen, und stelle dann irgendwann fest, dass sie keine Ahnung haben. Auch das fühlt sich meistens irgendwie witzig an. Auf einmal bin ich anonymer und habe mehr Freiheit.
  4. Meine Leserschaft ist so aktiv wie ich.
    Wenn ich wenig schreibe, wenig veröffentliche, dann sinken die Klickzahlen und kein Mensch kommentiert. Wenn ich es mal schaffe, ne Regelmäßigkeit in mein Schreiben hineinzubekommen, dann wird auch alles andere mehr. Manchmal ärgere ich mich, wenn gerade wenig Interaktion passiert auf meinem Blog. Und dann fällt mir wieder ein, dass jede Interaktion mit mir anfangen muss.
    Übrigens: Merkwürdigerweise sind meine Freunde aus dem echten Leben auf meinem Blog am stillsten. Hey, Freunde: Was da los? Eure Kommentare bedeuten mir doch am meisten! :-)
  5. Es tut gut.
    Schreiben an sich tut schon so gut. Und dann ist es ein wunderbares Gefühl, einen Text zu veröffentlichen, mit dem ich zufrieden bin. Ich liebe es, Reaktionen auf Geschriebenes zu bekommen. Und mein Blog ist eine Schatztruhe an Erinnerungen. Wenn ich durch alte Texte scrolle, tauche ich ab in vergangene Zeiten.

Mein Blog bringt Freude in mein Leben. Ich hab ihn echt gern. Ich freu mich, dass ihr auch mit dabei seid!

Wo wir gerade dabei sind – wer seid ihr eigentlich? Wer bist du? Und seit wann ließt du hier mit? Sag mir doch mal hallo in den Kommentaren – ich würd mich freuen! :-)

Ganz liebe Grüße und besten Dank für (bis zu) acht Jahre mit euch!

Eure Sina

Du weißt, wo ich bin.

Ein Text, der langsam gelesen am schönsten ist.

Offene Hände sind leere Hände.

Meine Hände sind leer.

So viel, was sie nicht mehr halten können. Was mir entglitten ist. Was ich loslassen musste.

Jetzt bin ich allein.

Jetzt, wo ich so richtig allein bin, spüre ich beides: Die Leere, die alles hinterlassen hat. Und, dass du, Gott, noch da bist.
Dir strecke ich meine Hände hin. Von dir habe ich es genommen. Zu dir gebe ich es wieder zurück. Auch meine Trauer, meinen Schmerz. Du bekommst auch die verbrannte Erde. Wer bin ich, zu beurteilen, was richtig und was falsch war? Ob diese Zeit gut war oder schlecht? Wie es jetzt am besten weiter geht?

Ich habe offene, leere, blutende Hände.

Alles empfange ich von dir. Wer ich bin. Meine Vergangenheit. Meine Zukunft. Alles gut und schlecht, fruchtbar und trocken, allein und gemeinsam empfange ich von dir. Ich bin nicht die, die sagt, wer ich bin. Ich finde mich nicht selbst. Ich finde dich.

Und du weißt schon, wo ich bin.

Über eine unbeabsichtigte, wunderschöne Ermutigung

Letztens, da habe ich einen Menschen von früher wiedergetroffen und ihn ein wenig erlebt. Ich habe gestaunt. Ich habe gestaunt darüber, wie er sich entwickelt hat, wie er sowohl stärker als auch sanfter geworden ist und wie souverän er heute mit Situationen umgeht, die früher ein Problem gewesen wären. Ein Mensch, den ich früher schon mochte, und der jetzt noch schöner und attraktiver geworden ist. Ich habe gestaunt und mich gefragt:

Bin ich auch so?

Sehen andere mich und staunen auch?

Ist da etwas, auf das ich stolz sein kann? Gefällt es mir, wie die letzten Jahre mich verändert haben?

Es gibt Fragen, die sind wertvoller als ihre Antworten. Das hier sind solche Fragen für mich. Ich stelle sie nicht, um sie zu beantworten. Ich stelle sie, um aufmerksam zu bleiben. Damit ich so lebe, dass es sich gut anfühlt, zu zeigen, wer ich geworden bin.

Lieber Mensch, den ich wiedergetroffen habe: Danke. Danke dafür, dass du so wächst und immer schöner wirst. Ich weiß, das klingt komisch, aber damit machst du mir Mut. Damit spornst du mich an.