Per Schiff den Horizont ergründen

Ich versuche, auf dem offenen Meer mit den Augen den Horizont zu ergründen, doch er ist weit. Der Himmel wirkt höher und das Meer ist da in einer unendlichen, machtvollen Ruhe. Und obwohl es doch nur Wasser ist, können meine Augen sich nicht satt sehen. Das Segelboot schwankt unter mir, vielleicht irgendwie rhythmisch, oder auch nicht. Warmer Wind trocknet die Salzwasserhaare.

Es ist paradox, wie man auf dem Meer so alleine und so zusammen gleichzeitig sein kann. Obwohl da niemand ist, soweit das Auge reicht, sind zehn Menschen auf ein paar Quadratmetern die ganze Zeit beieinander. Das ist intensiv, irgendwie – mal mehr, mal weniger gewollt, von unterschiedlichen Menschen. Es ist ein Ort, wo man Geheimnisse finden kann – in Wahrheits-Worten und Herausforderungs-Bewältigungen und Beobachtungen. Ein Hauch Narnia liegt im Wind, wenn ich Dinge lerne, von denen ich mein Leben lang zehren werde, wenn ich neue Wege und neue Ziele sehe, sich die nächsten Schritte abzeichnen.

Ich werde zeitlos. Ich kaufe mir einen Hut und bekomme Sommersprossen. Ich habe Bauchschmerzen und Deutschland wird Weltmeister. So Sachen eben. Kommt vor.

Wir machen unsere Hände auf und bekommen jeder Dinge hineingelegt. Wie das so ist – jeder etwas anderes, jeder das Beste für sich. Und wir schließen unsere Hände, halten es fest, und werden uns das nicht mehr nehmen lassen.

Es war auch manchmal schwer und ich wollte nicht mehr. Menschen kamen mir zu nahe oder waren zu weit weg, waren zu laut und ließen mich nicht, und tickten so völlig anders als was ich verstehe. So manches Mal verkroch ich mich vor lauter einsamer Hilflosigkeit und Überforderung in mir drin und fand den Weg hinaus nicht mehr.

Und doch war es gut, dass ich da war – das weiß ich ganz sicher – denn der Horizont, den ich eine Woche lang mit den Augen verfolgt habe, ist weiter geworden.
Innen drin.
Und außen rum.

10 Fakten über mich – Episode 2

1) Ich hasse es, zu telefonieren oder zu chatten. Ich mag es einfach nicht, mit jemandem zu kommunizieren, dessen Gesicht ich nicht vor mir sehe. Außerdem muss ich da immer alles ausformulieren, was man sonst mit einem Blick sagen könnte.

2) Lieblingstier: Elch. Schon live in der Natur gesehen. Tolle Tiere.

3) Ich bin eines von diesen Kindern, die nie an den Weihnachtsmann geglaubt haben.

4) Musik als Hintergrund geht bei mir gar nicht. Musik nimmt mich viel zu sehr ein, um mich dabei auf etwas anderes konzentrieren zu können.

5) Dorfkind! Zum Glück.

6) Ich hasse Fahrradfahren. Zum Glück muss ich das auch nicht. In meinem Dörfchen kommt man überall auch zu Fuß hin und für alles andere muss man eh Bus fahren.

7) Ich betreibe Stühlerassismus. Schwarze und dunkle Stühle sind blöd, helle sind gut. Ich schocke damit regelmäßig Leute, aber egal. (Das ist allerdings nur entstanden, weil bei uns in der Schule die hellen Stühle die neueren und bequemeren sind.)

8) Ich trinke Wasser. Immer. Ständig. Alle anderen Getränke trinke ich selten mehr als ein Glas.

9) Ich habe keinen Fernseher. Und wenn mal bei Freunden die Kiste läuft, bin ich auch froh drüber. Alter, was läuft da denn für ein Scheiß? Was ist das denn bitte für eine Zeitverschwendung?

10) Ich habe übertrieben viel Ahnung von Computerspielen, dafür, dass ich keine spiele. Ob meine Brüder daran Schuld sind?

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