Was sagst du, wie du bist?

Manchmal frage ich mich, wann ich eigentlich beschlossen habe, dass ich soundso bin.

Zum Beispiel, dass ich einfach nicht der Typ für Partys bin – zu laut, zu anstrengend. Oder, dass ich ein ernsthafter Mensch bin. Oder, dass kein besonderes Talent bei Musik habe.

Das ist, als hätte ich mich inzwischen darauf festgelegt, dass das so ist. Will ich aber nicht mehr. Ich will diese selbstgemachte Einschränkung nicht mehr haben.

Weil Partys mir auch mal Spaß machen. Und ich bin durchaus oft ein ziemlich fröhlicher und alberner Mensch. Und sogar Lieder schreiben tue ich inzwischen.

„Ich bin einfach nicht der Typ für sowas.“
„Ich kann nicht singen / tanzen / vor Leuten reden / Mathe / auf Leute zugehen / mich beherrschen / das ansprechen …“
„So bin ich nicht. Ich bin schüchtern / unsportlich / unmusikalisch / ungeschickt / vergesslich / launisch / ungeduldig / zu jung / hässlich / inkonsequent / zu dumm dafür …“
„Ich habe kein Durchhaltevermögen / Talent zu schreiben / Gefühl für Mode / …“

Wer sagt das denn, dass du so bist? Wer kann das schon wissen? Willst du wirklich, dass das für dein Leben feststeht? Willst du dich danach richten, so leben? Willst du dich damit abfinden?

Also, ich will mich nicht mehr damit abfinden. Ich hab bei mir jetzt Warnblinker installiert. Die gehen los, wenn ich merke, dass ich mal wieder irgendetwas über mich sage oder mich nach etwas richte, was ja gar nicht so sein muss. Und dann breche ich mit diesen Aussagen. Die haben überhaupt keine Macht mehr über mich.

Statt zu sagen „Ich kann einfach nicht langsam reden“, habe ich gesagt „Ich lerne jetzt, langsam zu reden“, und inzwischen kann ich das ganz gut. Wenn ich will.

Und statt zu sagen „Tanzen ist einfach nicht mein Ding“, war ich feiern und tanzen. Hat Spaß gemacht.

Statt zu sagen „Ich kann einfach nicht diszipliniert lernen“, sage ich jetzt „Ich kriege gerade raus, wie ich das schaffen kann mit dem Lernen“, und ich weiß jetzt schon, dass das einen Unterschied machen wird.

Das kannst du auch. Mach mal.
Du sagst, wie du bist. Du entscheidest, ob etwas so feststeht und bleibt oder ob das veränderbar ist.
Sei klug.

Wenn ich gehe

(Ein kurzer Gedanke vom 12. Januar 2014.)

Wenn ich gehe, hältst du mich im Gleichgewicht. Du balancierst mich aus, bereitest den Weg vor. Ich brauche mich vor nichts zu fürchten, denn du gehst vor mir her und bereitest alles für mich vor. Egal, was passiert, ich kann dir vertrauen, denn du meinst es uneingeschränkt gut mit mir. Furchtlos und sicher gehe ich voran, denn ich habe Autorität.

Tieferschneid

Das zweischneidige Schwert,
mir in den Mund gelegt,
die heilende und die verletzende Klinge,

Das zweischneidige Schwert,
unter meiner Macht,
doch außer Kontrolle,

Das zweischneidige Schwert,
ein Tieferschneid,
das Blut und die Erde,

Das zweischneidige Schwert.
schlägt und schlägt zu.

Die falsche Klinge.