Ich wachse mir selbst hinterher.

„Sina, was glotzt du so in die Luft?“

„Ich wachse. Ich wachse mir selbst hinterher. Meinen Aufgaben, meiner Verantwortung, meinen Gefühlen. Den Situationen, mit denen ich konfrontiert werde. Den ganzen Themen und Fragen, mit denen ich irgendwie umgehen muss. Meinen Entscheidungen. Ich wachse meinen Entscheidungen hinterher, ja. Vor allem aber mir selbst, und dem, was ich zu sein scheine.“

„Ähm … … … jaaa …“

Künste, die ich erlernen möchte:

Ruhig zu bleiben, überlegt zu handeln, überlegt reden, die entscheidenden Worte sagen und den Rest weglassen.

Wut und Rachebedürfnis zu begraben, wenn ich sie nicht brauchen kann.

Mich entscheiden können. Für das richtige, meine ich. Entschlossener sein, wenn ich dann eine Entscheidung gefällt habe.

Trotz und trotzige Gedanken erkennen, wenn sie da sind. Sie als solche wahrnehmen können und als solche behandeln, und nicht als Tatsachen und durchdachte Fakten.

Konstant zu lieben und zu freundschaften. Durch Kleinigkeiten nicht launisch auf sie zu reagieren. Freunden ehrlich und mit ganzem Herzen eine Freundin zu sein, und nicht nur halbherzig, und trotzdem nicht aufdringlich sein oder Druck auf sie auszuüben.

Unnütz

Das Gefühl, sich falsch zu entscheiden, egal, wie man sich entscheidet.

Das Gefühl, sich rächen zu müssen.

Das Gefühl, nicht zu wissen, wie man sich fühlen soll.